Schmiedenhof
Führung durch die Baustelle der renovierten Stadtbibliothek

Der neue Leutturm der GGG: Die renovierte Stadtbibliothek Schmiedenhof öffnet seine Türen vorraussichtlich am 23. April 2015. In der Bibliothek entstehen Zimmer für Kleinkinder und Jugendliche.

Tobias Gfeller
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Bis zur Eröffnung ist noch viel zu tun.
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Dir Gruppe wurde durch die Baustelle geführt.
Die Gerüste stehen noch.
Die Baustelle der renovierten Bibliothek konnte besichtigt werden.
Der Aussenbereich der Stadtbibliothek Schmiedenhof.

Bis zur Eröffnung ist noch viel zu tun.

Nicole Nars-Zimmer

Staub, Schlamm und offene Kabel – die Vorstellung, dass an diesem Ort in sieben Monaten tausende Bücher fein säuberlich zur Ausleihe bereit stehen, wirkt fast ein wenig abenteuerlich. Doch Heinz Oehen, Leiter der Bibliothek Schmiedenhof, bekräftigt den 23. April 2015 als vorgesehenes Eröffnungsdatum. Bis dahin ist noch viel zu tun, wovon sich gestern Abend 25 Mitglieder der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige (GGG) vor Ort überzeugen konnten. Oehen führte die Gruppe im Bau von oben nach unten. Künftig bedeutet dies so viel wie von der Stille in den Tumult. Denn die neue Stadtbibliothek wird unter dem Motto «die stille Entwicklung» eingerichtet. «Oben wird mit der Belletristik in verschiedenen Sprachkulturen der ruhigste Ort der Stadtbibliothek sein», erklärt Heinz Oehen. «Je weiter runter man geht, umso lauter wird es.»

Auch ein Raum für Kleinkinder

Ins dritte Obergeschoss kommt der grösste Bereich mit Sachmedien und Arbeitszonen. Darunter finden in einem abgetrennten Bereich die Jugendlichen einen Raum zum Lesen, DVD’s schauen und zum Gamen. «Dieser Bereich soll aber auch als Arbeitsort dienen. Jugendliche, die zu Hause keine eigenen Räumlichkeiten haben, können hier Hausaufgaben machen.» Nachmittags werde dieser Teil von einem Jugendarbeiter betreut, der wichtige Kontaktarbeit leisten soll. Gleich daneben werden Kleinkinder und deren Eltern eine adäquat eingerichtete Räumlichkeit finden. «Die Freude am Lesen beginnt schon im Kleinkindesalter mit Tasten und Fühlen. Denn ein Buch ist auch ein sinnliches Element», sagt Oehen.

Für die Bauherrin GGG und die Architekten waren die historischen Gebäulichkeiten eine grosse Herausforderung. Denn gewisse Elemente mussten aus Sicht der Denkmalpflege erhalten bleiben. Viel Geschichte wird in der neuen Bibliothek somit verbleiben. Doch genauso viel Moderne wird einkehren. Im Rücknahmebereich im Erdgeschoss kommen die Medien durch drei kleine Fenster in eine automatisch laufende Verteilanlage. Im Raum, wo einst das Café Schmiedenhof war, steht künftig ein Förderband auf dem die zurückgebrachten Bücher ihre Runden drehen. «Leute leihen besonders gerne zurückgebrachte Bücher aus, weil diese neugierig machen und ihnen viel Spannung versprechen», weiss Oehen. Die Bibliotheksleitung erhoffe sich zudem, dass am Förderband die Leute vermehrt ins Gespräch miteinander kommen.

Die neue Stadtbibliothek sorgte bei den Besuchern für Begeisterung. «Ich finde den Neubau etwas Grossartiges. Er wird ein Leuchtturm der GGG», glaubt Urs Burckhardt, der sich selber als «uralter Fan» der Bibliothek bezeichnet. Er wünsche sich mehr Leben im Innenhof, den die Verantwortlichen auch aufwerten wollen. Auch die Arbeit für die Jungen wertet er als positiv. «Es ist heute speziell wichtig, die Jungen an die Bücher heranzuführen.»