imfluss
Fulminanter Abschied für eine der erfolgreichsten Floss-Saisons

Mit einem frenetisch bejubelten Konzert haben die Publikumslieblinge von Patent Ochsner die Floss-Saison beendet – sie gehört zu den erfolgreichsten. Tausende Fans wohnten dem letzten Konzert der diesjährigen Ausgabe bei. Um 22.00 Uhr war Schluss.

Tumasch Clalüna
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Tausende strömten zu Patent Ochsner an den Rhein.

Tausende strömten zu Patent Ochsner an den Rhein.

Martin Töngi

Ein wehmütiges «z Basel a mim Rhy» – und dann war «imfluss» 2013 Geschichte. Tausende Zuschauer versuchten am Samstagabend, mit frenetischem Applaus eine Zugabe von Patent Ochsner herbeizujubeln. Doch punkt zehn Uhr war wie jedes Jahr Sense.

Das wissen auch Patent Ochsner nach ihrem dritten Gastspiel auf dem Rhein. Davor hatten sie sich quer durch ihre zwanzigjährige Bandgeschichte gespielt mit auffällig vielen Songs aus ihren Anfangszeiten. Das Publikum sang und tanzte, als gäbe es kein Morgen.

Kein Wunder bezeichnete Frontmann Büne Huber Basel als ihre wahre Heimat. Inzwischen standen die Leute im Wasser und spätestens bei der Fernweh-Hymne «Bälpmoos» gab es kein Halten mehr.

Mehr Spenden für bekannte Acts

Es war der Höhepunkt einer insgesamt sehr erfolgreichen Floss-Saison. «Fast so gut wie im Hitzesommer 2003», konstatiert Kapitän Tino Krattiger: «Wir hatten bei kaum einem Konzert weniger als 3000 Leute.»

Insgesamt haben wieder um die 50'000 die siebzehn Konzerte besucht. Ein Schnitt, der nötig ist, um genügend Spenden einzutreiben. Die Spendenfreudigkeit habe allerdings geschwankt, erklärt Krattiger: «Internationale Acts und national bekannte Gruppen werden stärker honoriert als lokale Bands.»

Dabei ist das Floss gerade für Letztere eine wichtige Plattform, um sich vor einem grossen Publikum zu präsentieren. Um den Altersmix zu erreichen, der eine Finanzierung garantiert – bezogen auf die Spenden und die Sponsoren – müsse man die internationale Schiene fahren.

Lärmbeschwerden sind passé

Einfach sei es nicht, spannende Bands zu einem erschwinglichen Preis zu finden, sagt Krattiger. Aber er sei nicht unglücklich, nicht in der obersten Gehaltsliga mitzuspielen. Denn das würde den Druck zusätzlich verstärken und es würde eine Verpflichtung entstehen, dieses Niveau zu halten. «Es ist unglaublich schwierig, als Culture-for free-Betrieb zu existieren.»

Immerhin: Die Probleme mit den Anwohnern, die das Floss Jahr für Jahr mit Lärmbeschwerden überschütteten, sind definitiv Geschichte. «Inzwischen legen einige ihre Ferien so, dass sie da sind, laden Freunde ein und feiern jeden Abend eine Party», sagt Krattiger schmunzelnd.

Das Floss gehört mehr denn je zum Sommer in Basel. Allerdings war dieses Jahr die Auswahl kleiner, weil das «Chill am Rhy» und das «Stadtmusikfestival» ausfielen.

«Es ist nicht lustig, der einzige Event in Basel zu sein», sagt Krattiger. Die Aktivitäten am Rhein müssten gefördert werden, zuallererst das Projekt am Hafen. «Schliesslich ist der Rhein unsere Hauptattraktion.»

Beim Floss stellt Krattiger fest, dass immer öfter Gäste aus dem nahen Ausland nach Basel kommen – an den Euros in den Sammelnetzen. Wie weit das Festival ausstrahlt, könne er nicht beurteilen.

Zumindest fürs Konzert von Patent Ochsner sind die Leute von weit her angereist. Was gibt es auch Schöneres, als an einem warmen Sommerabend am Rhein zu sitzen und der Poesie des Büne Huber zu lauschen? Da entsteht tatsächlich ein Gefühl von Heimat.