Art Basel
Für einige Auserwählte ist die 44. Art Basel schon offen

Die Kunstmesse Art Basel hat am Dienstag ihre Tore geöffnet - vorerst aber nur für eine ausgewähltes Publikum. Die breite Öffentlichkeit muss sich noch gedulden. Sie darf ab Donnerstag rein und die 306 Galerien aus 39 Ländern begutachten.

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Neuger Riemschneider, Berlin Was will der Markt? Grosse Namen – und Überraschungen. Neugerriemschneider aus Berlin vereint diesmal beides. Nicht zu übersehen – fast stolpert man an der Ecke darüber – steht eine hübsche Hockerskulptur von Ai Weiwei. Das Werk in Grossformat hat an der Biennale für Schlagzeilen gesorgt. Im zweiten Galerienteil überrascht man mit einer Installation mit Lampen – hübschen Glaskörpern von Jorge Pardo. Ob Gebrauchskunst der neue Trend wird?
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Galvin Brown`s Enterprise, New York Hier knallts ganz schön bunt. Selbst der Boden bei Galvin Brown’s Enterprise aus New York ist farbig kariert. Kunst oder Bodenleger? Wir tippten auf Kunst und lagen richtig. Den Boden entwarf Bildhauer Martin Creed. Falsch lagen wir dagegen beim Blumen-Warhol. Das Bild stammt von Warhol-Kopistin Sturtevant. Es kostet ein bisschen weniger, aber immerhin noch 600 000 Dollar.
Die Kunstwerke der Art Basel
Dominique Lévy Gallery, New York Hier haben wir sie doch noch: Pablo Picasso und Francis Bacon. Die Dominique Lévy Gallery aus New York hat Tradition und gibt sich traditionell. Und doch sind auch hier Überraschungen möglich. Eine Grossskulptur von Germaine Richier wie die goldene «La Spirale» (links im Bild) haben wir an der Messe schon lange nicht mehr gesehen. Für 550 000 Euro ist sie zu haben.
Edward Tyler, Nahem Fine Art, New York Die meisten Stände sind Gemischtwarenläden. Man will möglichst breit zeigen, wen und was man hat. So genannte One Man Shows sind dieses Jahr ausserordentlich rar. Edward Tyler Nahem Fine Art aus New York aber setzt nur auf einen Künstler, auf Roy Lichtenstein. Und inszeniert um den Pop-Art-Helden eine bunte Schau. Schön zu sehen für alle, zu kaufen aber kaum. Das grosse Gemälde «Imperfect Painting» kostet stolze 3,15 Millionen Dollar.
Galerie Gisèle Linder, Basel Der rosarote Boden in der Galerie Gisèle Linder (Basel) machts klar: 25 Years steht darauf. So lange schon gibt es die engagierte Galeristin. Ihr Stand ist nicht riesig, aber es reicht für Künstlerinnen und Künstler, die sie seit Jahren vertritt. Aufgefallen sind uns das fotografische Werk «Winter» von Ursula Mumenthaler (7800 Franken) und eine perforierte Papierarbeit von Carmen Perrin (6900 Franken).

Neuger Riemschneider, Berlin Was will der Markt? Grosse Namen – und Überraschungen. Neugerriemschneider aus Berlin vereint diesmal beides. Nicht zu übersehen – fast stolpert man an der Ecke darüber – steht eine hübsche Hockerskulptur von Ai Weiwei. Das Werk in Grossformat hat an der Biennale für Schlagzeilen gesorgt. Im zweiten Galerienteil überrascht man mit einer Installation mit Lampen – hübschen Glaskörpern von Jorge Pardo. Ob Gebrauchskunst der neue Trend wird?

André Albrecht

306 Galerien aus 39 Ländern präsentieren an der 44. Art Basel bis am Sonntag Werke von rund 4000 Künstlerinnen und Künstlern. Wie schon 2012 erwarten die Verantwortlichen auch heuer 65'000 Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt. Für die wichigsten von ihnen ging der Vorhang am Dienstag um 11 Uhr auf.

Für manche prominenten Gäste hat die Art-Woche bereits am Montagabend mit dem VIP-Opening der Sektoren "Unlimited" und "Statements" begonnen. Zu sehen waren etwa die Künstlerinnen und Künstler John Baldessari, Walead Beshty und Martin Creed, aber auch Theaster Gates, Susan Hiller, Oscar Murillo, Rob Pruitt und David Zink Yi.

Auch Direktoren nahmhafter Museen gaben sich in den Basler Messehallen ihr erstes Stelldichein: Neal Benezra vom San Francisco Museum of Modern Art und Jeffrey Deitch vom Museum of Contemporary Art Los Angeles waren ebenso anzutreffen wie Tate-Modern-Direktor Chris Dercon oder Udo Kittelmann von der Neuen Nationalgalerie in Berlin.

Die Welt der Sammler wurde unter anderem durch Estrellita Brodsky, Frank und Cheryl Cohen oder den Schweizer Uli Sigg repräsentiert. VIP-Gäste wie diese haben am Dienstag und Mittwoch die Gelegenheit, an der Art in aller Ruhe Ausschau nach neuen Objekten für ihre Kollektionen zu halten.

Dass die beiden ersten Messetage jeweils eine besonders kaufkräftige Klientel anziehen, zeigt sich auch auf dem Flughafen Basel-Mülhausen. Dort wurden in Zusammenhang mit der Art am Dienstag rund 100 und für Mittwoch weitere 50 Privatflugzeuge erwartet. Wegen eines Streiks der französischen Fluglotsen könnte sich für die eine oder andere Maschine eine Verspätung ergeben.

Begleitet wird die Art Basel auch dieses Jahr von Parallelmessen. Die Basler Museen warten zudem mit attraktiven Ausstellungen auf.

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