Public Viewing

Fussballfans gefällt Markthalle besser als Shoppern

Die Markthalle funktionierte als Public Viewing bestens – wie hier beim Spiel Holland gegen Deutschland. Keystone/Georgios Kefalas

Die Markthalle funktionierte als Public Viewing bestens – wie hier beim Spiel Holland gegen Deutschland. Keystone/Georgios Kefalas

Trotz Schwierigkeiten wurden die EM-Spiele in der Markthalle gut besucht. Doch ob das Interesse von langer Dauer ist und sich vor allem auch in den Verkaufszahlen der Läden widerspiegelt darf bezweifelt werden

Die Fussball-EM ist vorbei und trotz fehlender Teilnahme der Schweiz waren die Euphorie und das Interesse am Turnier gross. Davon profitiert haben die Anbieter von Public Viewings, insbesondere der Standort Markthalle. Dort verfolgten rund 3000 Leute das Finalspiel. Erfahrungen mit solchen Events gab es schon, schliesslich haben sowohl Pamela Anderson wie Luca Hänni das neuste Shoppingcenter der Stadt besucht. Dennoch hatte Kurt Koller, verantwortlich für Marketing und Events, nicht mit einem so grossen Interesse der Bevölkerung gerechnet.

Müll nur mit Sondereffort bewältigt

Er selbst zieht ein äusserst positives Fazit, räumt allerdings auch ein, dass es ein paar Tage gebraucht hat, um die negativen Auswirkungen der Fussballfestivitäten einzuschränken. Insbesondere die Müllspur, die sich zeitweise von der Markthalle, auf das Viadukt und über die Heuwaage in Richtung Stadt ausgebreitet hatte, galt es zu verringern. Kurt Koller glaubt nicht, dass der Verzicht auf ein Depot dieses Verhalten der Besucher beeinflusst habe und schliesslich hätte man das Problem dank zusätzlichem Putzeffort in den Griff bekommen. Der Gastronomiebetrieb hingegen habe ein wenig Zeit gebraucht, um warmzulaufen, da man sich bewusst gegen Selbstbedienung entschieden habe, um den Zuschauern ein möglichst komfortables Spielerlebnis bieten zu können. Stattdessen setzten die Betreiber auf ein wechselndes, den spielenden Nationen angepasstes Verpflegungsangebot.

Begeistert äusserte sich Kurt Koller, über die Durchmischung des Publikums. Unterschiedlichste Altersgruppen trafen sich, viele in den Trikots der bevorzugten Mannschaft. Besonders überraschend war für Koller, dass mehr Frauen als Männer in die Markthalle fanden. Den Grund dafür sieht er im eigenen Sicherheitskonzept und der Zusammenarbeit mit der Polizei. Klaus Mannhart, Mediensprecher der Polizei Basel Stadt, bestätigt dies, erklärt jedoch gleichzeitig, dass die Präsenz nötig gewesen sei, da die Anhänger der unterlegenen Teams teilweise durchaus gereizt waren. Eingreifen habe die Polizei aber nie müssen.

Werbung für weitere Events

Für die Markthalle selbst war das Public Viewing vor allem Werbung, auch wenn Kurt Koller einräumt, dass es trotz der gesteigerten Bekanntheit schwierig sei, positive Prognosen für die Läden selbst zu machen. Zumindest solange der Umbau noch im Gange und nicht alle Ladeflächen vermietet und bezogen seien. In erster Linie habe das Public Viewing dem Bekanntheitsgrad der Markthalle gedient. Auch fungierte es als Werbung für weitere Events, die diesen Sommer und Herbst durchgeführt werden.

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