Bei der 44. Theaterfussball-Europameisterschaft haben die Basler bewiesen, dass sie nicht nur im Clubfussball mit den besten Europas mithalten können. Gemäss Radio Basilisk konnten die Spieler des Theater Basel das Team der Opera National de Paris im Finale mit 1:0 bezwingen und sich so den Europameistertitel erkämpfen.

Dass es sich bei den Fussballern in den Gruppentrikots um Theaterleute handelt, ist nur am Detail erkennbar: Um neun Uhr morgens werden hier Zigaretten geraucht und einige trinken Bier. Ansonsten sitzen die Fussballkostüme perfekt. Die 600 Teilnehmer wuseln durcheinander. «Es geht turbulent zu. Alle müssen wissen, wo ihr Spiel stattfindet», sagt Turnierleiter Janosch Hofmeier leicht gestresst.

Heusler als Pate

Mitten unter den Fussballern – Fussballerinnen waren nur wenige gekommen – tummelt sich FCB-Präsident Bernhard Heusler, der zugleich auch Schirmherr des Turniers ist. Er wünscht sich von den fussballbegeisterten Theaterleuten ein faires Sportverhalten und fügt lachend an: «Ich hoffe, dass es die Basler den Münchnern zeigen werden!»

Beim ersten Match des FC Theater Basel gegen das Residenztheater München schenken sich die beiden Mannschaften jedenfalls nichts. Trotzdem fliegen keine inszenierten Schwalben über den Platz und auch die Foul-Einlagen sind nicht theatralischer als an anderen Spielen. Während des zwölfminütigen Spiels schiesst sich das Basler Dreispartenhaus zum Sieg und sichert die hiesige Ehre zumindest in dieser ersten Runde.

Einer der verschwitzten Basler ist Techniker Ronny Schibler, der sich über den guten Start freut: «Als Heimmannschaft repräsentieren wir schliesslich die Stadt!» Trotz des spürbaren Ehrgeizes steht der Spass im Vordergrund. «Es gibt aber schon ein, zwei Maradonas auf dem Platz.»

Internationales Flair

Auch wenn hier keine Argentinier mitspielen: Internationales Flair liegt stets in der Luft. Während sich das Team der Opéra National de Paris für das nächste Spiel aufwärmt, geniessen ein paar Italiener gerade ihre Kaffeepause. Erstaunt stellen sie fest, dass es hier den Ausdruck «Latte Macchiato» ebenfalls gibt.

Die Fussballer des Residenztheaters München nehmen ihre Niederlage derweil gelassen. «Es ist ganz lustig hier, ausser, dass wir gerade verloren haben», sagt Techniker und Teammitglied Christian Wimberger. Im Gegensatz zu den Baslern, deren Team ausschliesslich aus Bühnentechnikern besteht, ist die Münchner Mannschaft eine kunterbunte Mischung aus Schauspielern und Technikern. Die Ambitionen halten sich auf bescheidenem Niveau: «Letztes Jahr belegten wir den 23. Rang, also wollen wir dieses Jahr mindestens den 22. erreichen.» (Mélanie Honegger/agt)