Felix Schaffert will es wissen: Mit seinem Film «Der Räuber» stellt er sich der strengen Jury des Gässli Film Festivals. Er steuert den längsten Beitrag zum Filmfest bei: 16 Minuten, in denen nur ein Satz zu hören sein wird. Der Kurzfilm handelt von einem Kind in einer Notsituation, das versucht, sich seiner Mutter mitzuteilen. «Der Film ist eher ruhig, man muss sich von den Bildern einnehmen lassen. Erst allmählich begreift man den prekären Inhalt», sagt der 30-jährige Basler.

Schaffert studierte zuerst am Institut Hyperwerk in Basel und wechselte im zweiten Studienjahr an die Hochschule Luzern für Design & Kunst. Seine Studienrichtung dort ist Video, seine Spezialisierung Buch und Regie. Das künstlerische Umfeld gefalle ihm. «Während meiner Ausbildung zum Grafiker merkte ich, dass das Medium Film mir mehr Möglichkeiten bietet, um Geschichten zu erzählen.» Wie er zum Film gekommen ist, weiss er nicht mehr genau. «Es ist wie ein Virus, der mich infiziert hat», sagt Schaffert. Für seine Zukunft hofft er, mit «Der Räuber» auf Anklang zu stossen, vielleicht einen Produzenten für den nächsten Film zu finden, um damit auch Geld verdienen zu können.

Eigene Projekte brauchen Zeit

Adina Renner nimmt ebenfalls am Gässli Filmfestival teil. Die Baslerin kam über die Fotografie zum Film. Sie studiert derzeit nach zwei Praktika in Filmproduktionsfirmen und dem Vorkurs an der Schule für Gestaltung Basel visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste in Zürich. Für das Stadtmusikfestival hat sie während der letzten zwei Jahre die Festivaldokumentationen erstellt, für das Hotel Teufelhof eine Mini-Serie mit Alltags-Tipps und Hotelwerbung gemacht.

«Neben dem Studium ist es schwierig, eigene Projekte zu starten, weil der Film zu hundert Prozent Aufmerksamkeit verlangt», sagt Renner. Diesen September geht sie für ein halbes Jahr im Rahmen ihres Vollzeitstudiums nach Südkorea. Dort hofft sie, wieder Zeit zu finden für ein Projekt. «Die Filmkultur in Südkorea ist wahnsinnig interessant», sagt Renner. Das Gässli Film Festival schätzt sie wegen seines regionalen und offenen Charakters.

Im Kurzfilm «Balkon/Balkon» geht es um die Freundschaft zweier Nachbarn, die sich durch Papierflieger ausdrückt. «Ich hoffe, in Zukunft spannende Projekte mit ambitionierten Leuten verwirklichen zu können.»

Stuntman als Gastjuror

Das Gässli Film Festival im Gerbergässlein startet heute Abend in das vierte Jahr. Dieses Mal ist der australische Stuntman und Regisseur Nash Edgerton, der bei Star Wars, The Matrix und Mission Impossible 2 mitgewirkt hat, auf Besuch. Er arbeitet als Produzent, Cutter, Autor und Regisseur an seinen eigenen Kurzfilmen. Am Festival wird sein neustes Projekt «Bear» exklusiv gezeigt, zudem fungiert Nash als Jurymitglied.

Weitere Gäste sind Sheritalyn Solis, Executive Assistant bei Paramount Pictures, die zuvor für die Walt-Disney-Studios gearbeitet hat sowie Vladimir Kudryavsev, der eine Produktionsfirma mit dem Spezialgebiet Stereotypisches 3D mitgegründet hat.

Festival bis 30. August, Gerbergässlein, www.baselfilmfestival.ch