Markthalle
Gähnende Leere unter der Massivkuppel der Markthalle

Der Markthalle fehlen seit der Eröffnung Ende März die Kundschaft. Die Filialleiter der eingemieteten Geschäfte sind trotzdem zufrieden mit ihrem Umsatz und die Verantwortlichen der Markthalle wollen nichts von einem gescheiterten Konzept wissen.

Muriel Mercier
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Um Mittag zu essen, braucht es keine Tischreservation: Die Markthalle gestern um 12 Uhr. Martin Töngi

Um Mittag zu essen, braucht es keine Tischreservation: Die Markthalle gestern um 12 Uhr. Martin Töngi

Es ist 12 Uhr, Zeit für die verdiente Mittagspause. In Scharen strömen die Basler aus ihren Büros in die Restaurants, wo sie mit knurrendem Magen auf ihre Menüs warten. Dies können sie seit einem Monat auch in der Markthalle, denn vor vier Wochen wurde diese nach über drei Jahren Sanierungsarbeiten wiedereröffnet.

Das neue Nutzungskonzept der Halle umfasst neben Wohnungen und Büros auch Verkaufsgeschäfte, Gastronomie und Veranstaltungen. Die Frage ist nur, ob diese Mischung für die Basler Besucher auch funktioniert.

Die geladenen Gäste der Eröffnung der Markthalle in Basel
7 Bilder
Johann Wanner mit seiner Gattin Ursina.
Robert Erhart und Christian Mutschler.
Schauspieler Roland Herrmann und Nicole Wermelinger.
Michael Elsener sorgte auf der Bühne für Unterhaltung.
Barbara Storari und Modemacher Raphael Blechschmidt.
Miriam Blocher und Regierungspräsident Guy Morin.

Die geladenen Gäste der Eröffnung der Markthalle in Basel

Kenneth Nars

Markthalle als Begegnungsstätte

Die Leute, die sich gestern über den Mittag unter der Massivkuppel verpflegten, konnte man jedenfalls an zwei Händen abzählen – zwischen 12 und 13.30 Uhr waren es etwa zehn. Auch in den acht Pavillons, in denen die Läden eingerichtet sind, ist tote Hose angesagt. Nur vereinzelt schlendern Personen durch die Halle.

Dass das Konzept der Markthalle nicht aufgeht, lässt Kurt Koller, Verantwortlicher für das Center-Management, aber nicht gelten. Das Feedback der Kunden sei durchwegs positiv, sie seien beeindruckt vom neuen Gebäude. Und dass keine Basler dort einkaufen gehen, dementiert er ebenso. «Die Markthalle ist kein klassisches Einkaufszentrum, sondern eine Begegnungsstätte, wo Events stattfinden.»

Probleme mit der Akustik

Koller gibt aber zu, dass Verbesserungen unternommen werden müssen, damit unter anderem die Konzerte qualitativ gut über die Bühne gehen. Koller geht auf das Akustik-Problem ein, also den Überschall, der bei lauten Konzerten produziert wird. «Die Musiker wissen aber, mit welchen Instrumenten sie hier auftreten können.» Roli Frei habe am vergangenen Samstag nur seine Gitarre dabeigehabt und auch Nubya stimmte am Eröffnungswochenende sanfte Klänge an.

Bis im Herbst soll die Akustik mithilfe einer speziellen technischen Konstruktion verbessert sein, betont Koller. Kurz: Die Kuppel erhält eine Verkleidung, ist aber gleich sichtbar wie jetzt.

Filialleiter sind zufrieden

Obwohl sich während der Mittagszeit nicht viele Leute in der Markhalle aufhalten, sind die Filialleiter der dort eingemieteten Geschäfte zufrieden mit ihrem Umsatz. Colette Moser vom Freizeitkleider-Geschäft Maya Maya sagt: «Es zieht gut an bei uns.» Das Eröffnungswochenende sei fantastisch gewesen, «danach folgten die Schulferien, da ist auch in der Stadt nicht viel los.»

Christian Gröflin, Filialleiter von Bächli-Bergsport sieht das ähnlich: «Wir haben nicht erwartet, dass es von Anfang an so gut läuft.» Im Gegensatz zu Maya Maya, den es in Basel bisher nicht gab, kennt man den Bächli-Sport in der Stadt. Yannick Collin leitet das Naturkosmetik-Geschäft Melvita. In der Schweiz ist dies der erste Laden. «Es läuft super bei uns, die Frequenz ist hoch.» Sie habe vor der Eröffnung ein Budget gefertigt, das bisher eingehalten wurde.

Begeisterung der Besucher hält sich in Grenzen

Bei den Markthalle-Besuchern, die sich über den Mittag verköstigen, hält sich die Begeisterung in Grenzen. Das Essen sei gut und preislich attraktiv, ist der Tenor. Allerdings sei der Raum zu kahl, ein paar Pflanzen würden dem Ambiente guttun, meint der eine. Ein anderer spricht von einer zu unbelebten Umgebung.

Der Center-Manager Kurt Koller blickt mit einem guten Gefühl in die Zukunft der Basler Markthalle. Das Eventprogramm stehe bis Mitte Januar 2013 fest. Im Mai erscheint die Markthalle im Café-de-Paris-Stil, im Juni wird sie während der Fussball-Europameisterschaft zur Fanmeile, danach hält ein Sommerbeach Einzug und im Herbst das Oktoberfest.

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