Anfang der 90er-Jahre war Artis Leon Ivey einer von vielen, die in der kalifornischen Sonne herumhingen und sich als Strassenmusiker ins beste Licht rückten. Eines Tages, so die Legende, habe ihn ein Passant gefragt, ob er sich für Coolio Iglesias halte. Keine schlechte Idee, dachte sich Artis – und startete unter dem Namen Coolio eine Karriere als Rapper. 1994 gelang ihm mit «Fantastic Voyage» ein erster Hit.

Ein Jahr später stand er ratlos im Büro seines Managers. Wie weiter? Die Antwort kam aus dem Lautsprecher: Stevie Wonders Soulsong «Pasttime Paradise» kroch Coolio in die Ohren. Er war angetan vom Lied – und kochte den Refrain neu auf.

Das Resultat war episch und hiess «Gangsta’s Paradise». Eine düstere Nummer, die 1995 für den Film «Dangerous Minds» mit Michelle Pfeiffer verwendet wurde. Und mit dem Coolio zum angesagtesten Rapper der Welt aufstieg. Unvergesslich, dieser finstere Rap, «minute after minute, hour after hour».

Abgekühlte Karriere

Der Höhenflug war von kurzer Dauer. Als Coolio im Jahr 2003 in Basel auftrat, an der sommerlichen Nautilus-Party, interessierten sich keine 200 Zahlende dafür. Nur mit viel Mühe konnte er zum Auftritt überredet werden.

Die Nautilus ging daraufhin für immer baden, Coolios Karriere kühlte sich weiter ab. Für heissen Gesprächsstoff sorgte er neben der Bühne – fahren ohne Führerschein, Kochen auf kleiner Flamme: Da war ein Buch «Cookin’ with Coolio», da war auch unerlaubter Crackbesitz.

Vor 25 Jahren ganz oben, führt ihn seine Karriere nun also ins Parterre. Ob es der 55-Jährige überhaupt nach Basel schafft? Man darf gespannt sein. Denn die letzte Schlagzeile las man 2016. Damals wurde Coolio am Flughafen von Los Angeles festgehalten. Er wollte verreisen. Dummerweise mit einer geladenen Waffe im Handgepäck.

Coolio mit Band live: Parterre, Klybeckstrasse 1b, Basel. Samstag, 6. Oktober, 23 Uhr.