Träumen. Ein bisschen wegdriften. Jä goot’s no, so kurz vor der Fasnacht ist das fast gar nicht mehr möglich. Die Zeit, sie ist knapp. Es muss noch an so Vieles gedacht werden! Der letzte Schliff am Kostüm – sitzt auch alles? -, die Larve richten, ausbessern, die Drummle beim Schlebach schränken lassen, jesses, fast die Glühbirne fürs Kopfladärnli vergessen…

Und doch, bevor es losgeht mit der puren Glückseligkeit, ist es keine so schlechte Idee, einen Moment der Ruhe zu finden, der Besinnlichkeit. Der Vorfreude Platz zu geben. Mit einschlägiger Literatur zur Basler Fasnacht in der Hand. Das perfekte Buch, um sich auf die Fasnacht einzustimmen, so finden wir, ist ein Werk des grossartigen Laternenmalers Max Sulzbachner selig, besser bekannt als «Sulzbi», Mitbegründer der Basler Bebbi anno 1931.

In «vom Sulzbi verzellt» bekommt man anhand der zahlreichen Anekdoten, erzählt in schönstem Baseldytsch, einen Einblick in die Welt eines «nitaktive Aktive», jenen Menschen, die «syt Monete Daag und Nacht, Sunntig und Wärtig wie bsässe fir d Fasnacht gschafft hänn», wie eben der «Sulzbi» mit seinen Laternen, der wie so viele andere, wenn es dann losging, montags um 4 Uhr in der Früh, die Fasnacht «ganz still und anonym vom Trottoir här gniesse». Man erkennt diese Menschen höchstens beim Gässle, «wenn sy gliggsäälig in dr erschte Raije hinder de Damboure vo ihrer Glygge däbbele, stolz wie Giggel und mit Aigeloob uff dr Zunge».

Glück ohne Verfallsdatum

Vor mehr als 40 Jahren ist dieses Buch erschienen, und doch ist es so wunderbar aktuell, weil Glück kein Verfallsdatum hat. Sulzbi, er konnte nicht nur malen, sondern auch richtig gut schreiben. Ein Genuss also, und man erfährt so viel, etwa, das am Ort des Hotel Basel am Spalenberg vor vielen Jahren das Wunderbaizli Lysettli existiert hat, dass während der Fasnacht jeweils «iberbordet» ist: «Vom Morgestraich bis am Donnschdig de Morge, joo bis zum Oobeschoppe, isch dä Schpugg gange. Me n isch zu ainere Familie zämmedruggt worde, jede het zue jedem gheert.» Schön, nicht? Wir danken Pia Inderbitzin vom Fasnacht-Comité für diesen Tipp, und bedauern, dass das Buch, erschienen im Verlag National-Zeitung, leider, leider vergriffen ist. Im Netz findet man aber doch die eine oder andere Occasion, und, wer weiss, vielleicht entdecken Sie ja im Keller der Grossmutter, des Onkels oder sonstwem den «Sulzbi» wieder. Einen verborgenen Schatz.

Zum Glück gibt es auch Bücher zur Basler Fasnacht, die nicht vergriffen sind. Solche, die sogar neu auf den Markt kommen. Zum Beispiel «Fasnachtszauber», erschienen 2017, von Tobias und Charlotte Moser, mit Bastelbogen für ein Fasnachtszügli.

Ein lehrreiches Buch mit vielen wichtigen Details für Kinder und Fasnachtsfans und solche, die es werden wollen. Die fünf Geschichten, die erzählt werden und hübsch illustriert sind, beschreiben Erlebnisse von Kindern, und was es heisst, aktiv Fasnacht zu machen.

Im Fieber schmökern

Felix Rudolf von Rohr, der langjährige ehemalige Obmann des Fasnachts-Comités, empfiehlt derweil «Fasnachts-Fieber» von Daniel und Domo Löw, das er gerne mit den Grosskindern liest. Und «Die verzauberte Trommel» von Walti Grieder, die aber wie der «Sulzbi» längst vergriffen ist. Für sich selber, so Rudolf von Rohr, hole er immer wieder gerne das uralte Standard-Werk von Eugen A. Meier, «Die Basler Fasnacht» aus dem Bücherschaft hervor.
Herausgegeben wurde es vom Fasnachts-Comité zu seinem 75-Jahr-Jubiläum anno 1985. «Es ist immer wieder schön, darin zu schmökern», sagt der Ex-Obmann, «um mir bewusst zu bleiben, woher unsere Fasnacht kommt, wie sie sich entwickelt hat, und weshalb sie mir so viel bedeutet.»