Basel
Gasmasken für einmal nicht im Kriegsfall, sondern für das erotische Spiel zu zweit

Die Erotikmesse Extasia gastiert zum zehnten Mal in Basel. Die bz-Praktikantin besuchte die Jubiläumsausgabe. Für sie war es das erste Mal.

Jasmin Grasser
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Die Taschen aus Kindergasmasken an einem Stand. KEN

Die Taschen aus Kindergasmasken an einem Stand. KEN

Kenneth Nars

Männer in Anzügen und auffällig geschminkte Frauen begrüssen mich am Eingang der Eishalle St. Jakob. Mit einem breiten Lächeln nehmen sie das Tagesticket entgegen und wünschen viel Spass. Ich lächle und hoffe, dass ich nicht zu nervös wirke, weil ich gerade wirklich ein bisschen überfordert mit der Situation bin. Das Gefühl legt sich, sobald ich die Halle betrete: Eine Bühne und verschiedene Stände erstrecken sich vor mir.

Die Atmosphäre der Halle ist äusserst karg. Darüber kann auch die Auswahl von Analplugs, Dildos und Vibratoren in allen Formen, Grössen und Farben nicht hinwegtäuschen. Interessant sind die Sexspielzeuge auf jeden Fall. Nachdem ich mich an futuristisch geformten Massageräten für Frauen und Männer satt gesehen, verschiedenste Flakons mit Duftöl bestaunt und ein Glas Wein ausgeschlagen habe, spreche ich mit Pierre Louis Vermot-Petit-Outhenin. Im gehört der Stand Pure Life, der Sprossen verkauft, die sich positiv auf das Sexleben der Menschen auswirken soll. «Gesunde Menschen haben eine gesunde Sexualität», sagt er lachend.

Ich ziehe weiter, bekomme von einer knapp bekleideten Dame einen Plastiksack von libosan.ch in die Hand gedrückt und komme mit Martin Lambert ins Gespräch. Unter dem Namen Kinky Pink arbeitet er als professioneller Dominus. Er verrät mir, dass der Hype um die «50 Shades of Grey»-Trilogie sein Business boomen lässt. «Meine Kundinnen sind meist älter, oft ab 45 Jahren aufwärts», erzählt er im Plauderton, während er mir verschiedenste Lederpeitschen zeigt.

Am nächsten Stand verweile ich wieder etwas länger: Die ausgestellten Holzpranger und geschmiedeten Ketten könnten auch von einem Mittelaltermarkt stehen. Nachdem ich und der Fotograf Witze darüber gerissen haben, uns gegenseitig als Sklaven in einem speziellen Bereich abzugeben, fallen mir Taschen aus Gasmasken in die Augen. Der Stand Memart vertreibt diese. «Die Idee kommt aus München», sagt Manuel Meier, bestellt habe er die ungebrauchten Kindergasmasken im Internet. Als ich die Ausstellung verlasse, stelle ich fest, dass ich in einem Paar der feilgebotenen Overknee-Lackstiefeln wahrscheinlich wärmere Füsse hätte als in meinen Halbschuhen.