Neueröffnung

Gastro-Talente für die Erlenmatt

Neben einem Hostel und Bistro soll der Silo als Herzstück des Quartiers auch Bürozimmer erhalten.

Fast zehn Jahre ist es her, seit die Stiftung Habitat das Bauland in der Erlenmatt erworben und die Projektplanung für ein neues Quartier begonnen hat. Vor rund zwei Jahren wurde dann das Projekt «Tohuwabohu» des Vereins «Haus für Kosmopolitisches» als Umgestaltungsidee für den Silo ausgewählt. Dieser diente bis Ende des vergangenen Jahrtausends als Abfüllstätte von Rohstoffen wie Kakao oder Getreide und soll vielfältig ausgestaltet werden: Ein Bistro und ein offener Salon als vermietbarer Raum im Erdgeschoss sowie ein Hostel und Projekträume als unterschiedlich nutzbare Workplaces in den beiden Obergeschossen sind in der Projektplanung enthalten.

Plötzlich merkte der Verein, sich etwas übernommen zu haben, stieg aus und löste sich in Luft auf. Der Verein war weg, das Projekt blieb bestehen. Im Frühjahr 2020 soll mit dem neu gestalteten Silo endlich das letzte Puzzleteilchen in das Erlenmatt-Ost-Quartier eingefügt werden.

Die neuen Betreiber sind keine No-Names

Nach dem Ausstieg des Vereins entschied sich die Stiftung Habitat als Bauherrin und Landbesitzerin dazu, das Projekt alleine weiterzuführen und machte sich auf die Suche nach einer Betreiberschaft für das Hostel und das Restaurant im Silo. Schnell fanden sich fünf Interessierte, die vor wenigen Wochen den Verein «Talent» gründeten. Hinter dem Namen verbergen sich keine Unbekannten: Neben Christoph Widmer (CEO der Wyniger-Gruppe), Alexandre Kaden (Pächter des Restaurants Safran Zunft) und Brigitta Spalinger (Leiterin der Lehraufsicht und Berufsinspektion Basel-Stadt) mischen auch Jonas Gass (Co-Direktor des Hotels Nomad) und Miriam de Melo-Zbinden (Geschäftsführerin des Restaurants Noohn) beim Projekt mit.

Der Verein ist eine Talentschmiede für Nachwuchsgastronomen. Hostel und Restaurant im alten Silo sollen nämlich von jungen Lehrabgängern geführt und koordiniert werden. Die fünf Gastroexperten des Talent-Vereins begleiten ihre Schützlinge derweil als Coaches: «Im Silo wollen wir der nächsten Generation vor allem die Begeisterung für das Gastrogewerbe mitgeben», so Christoph Widmer.

Eine gewisse Anschubfinanzierung für die Talentschmiede sei laut Widmer schon gesichert. Trotzdem sei der Verein weiterhin auf der Suche nach Gönnern und Stiftungen, die das Projekt zusätzlich unterstützen wollen.

Der alte Silo als Begegnungsort

Nebst dem Hostel, welches über hundert Gästen Platz bietet, steht vor allem das Bistro im Mittelpunkt des Projekts. Das 140 Sitzplätze fassende Restaurant soll als Begegnungsort und Treffpunkt des gesamten Quartiers fungieren. Insbesondere die rund vierzig Sitzplätze fassende Terrasse dient als Anziehungspunkt im Sommer.

Im Frühjahr 2020 soll die Umgestaltung beendet sein. Nach jahrelangen Bauarbeiten findet die Erschaffung eines neuen Quartiers mit dem Einsetzen des Herzstücks in rund einem halben Jahr ein Ende. Zumindest vorerst: 2023 entfällt der Ziegler AG nämlich das Baurecht des angrenzenden Landes und spätestens dann wird die Stiftung Habitat auch dort mit der Projektplanung starten.

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