Gastronomie
Neue Bier-Bar: In der Rheingasse braut sich was zusammen

Am Ort des ehemaligen Restaurants Linde hat die Brauerei Fischerstube am Donnerstag die Ueli-Brau-Bar eröffnet - mit viel lokaler Prominenz und einer ordentlichen Portion Gänsehaut.

Rahel Empl
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Da wird gezapft wie wild: Stephan Kohler (Mitte) hat an der Eröffnung der Ueli-Brau-Bar am Zapfhahn alle Hände voll zu tun.

Da wird gezapft wie wild: Stephan Kohler (Mitte) hat an der Eröffnung der Ueli-Brau-Bar am Zapfhahn alle Hände voll zu tun.

Roland Schmid

Die Tür zur neuen Ueli-Brau-Bar an der Rheingasse 43 ist keine fünf Minuten offen, schon zapfen Stephan Kohler und seine fünf Angestellten wie wild Reverenz, Weizen, Robur und Lager. Die lokale Beizer-, Bierbrauer- und Politprominenz tröpfelt nicht, sondern strömt herein, schliesslich folgt man dem Ruf der Brauerei Fischerstube: Unverhohlene Neugierde darüber, was sich am Ort des Restaurants Linde selig nun zusammenbraut.

«Jetzt bin ich nervöser als gedacht», sagt Kohler mit Blick auf die vielen Leute. Der 41-Jährige, der zuletzt im Wirtshaus St. Jakob gewirkt hat, ist Gastgeber und Geschäftsführer der Kleinbasler Bar – als Linde-Wirt Jürg Erzer im Juli in Frühpension ging, beschloss die Brauerei Fischerstube, den Betrieb mit neuem Konzept selber weiterzuführen. Denn ihr gehört das Lokal.

Hier können sich Freunde des bewussten Genusses nun an den Zapfhähnen nicht nur mit den eingangs erwähnten Ueli-Bieren, sondern auch mit Brauspezialitäten verköstigen. Ab Januar wird auf einer 100-Liter-Anlage im Gastraum regelmässig ganz Exklusives gebraut, das dann frisch gezapft auf den Tisch kommt. Zusätzlich lädt die Brauerei Fischerstube die Konkurrenz aus dem Mikro-Business ein, ihre Biere an zwei Zapfhähnen zu präsentieren. So ist zurzeit etwa die Basler Brauerei Käppelijoch zu Gast, wie Kohler sagt:

«Wir wollen damit eine Lanze brechen für Bier aus der Region.»

Eine kleine, aber feine Wein- und Ginauswahl rundet das flüssige Angebot ab. Hungrige kommen auch auf ihre Kosten: Highlights der kleinen Speisekarte sind die Mini-Cordon-Bleus, Lasagne von «Paste Ines» und Ueli-Bier-Treberbrot von der Bäckerei Beschle.

Das Lokal hat das Potenzial, eine Lücke zu schliessen

Der Gastraum ist inzwischen rappelvoll, das Interieur wird inspiziert. Ja, noch fehlt den unbefleckten Holztischen eine ordentliche Portion Patina, und der Duft biergeschwängerter Abende muss sich erst noch in den Ritzen einnisten, aber «das könnte eine gute Sache werden, gerade auch für Junge», wie ein Gast anmerkt.

Die Gäste bei der Eröffnung der Ueli-Braubar.

Die Gäste bei der Eröffnung der Ueli-Braubar.

Roland Schmid

Die Lokalität hat tatsächlich das Potenzial, die viel zitierte Lücke zwischen der vorderen und hinteren Rheingasse zu schliessen, eine Verbindung zu schaffen zum Ausgangsvolk, das sich mehrheitlich im vorderen Teil vergnügt. Denn die Brauerei Fischerstube hat mit dem Basler Innenarchitekturbüro Bravo Ricky, das ein Händchen hat für solche «Make-Overs», in nur drei Monaten tatsächlich einen sehr einladenden, hellen Ort geschaffen. Und sich erst noch einen Gastgeber geangelt, der mit Herz bei der Sache ist: Als Kleinbasler sei das wie Heimkommen für ihn, sagt Kohler. «Schau’, wenn ich das sage, kriege ich gleich Gänsehaut!»

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