Gastro-Bibel
«Gault Millau»: Das sind die ausgezeichneten Restaurants der Region Basel

Der «Gault Millau» kürt die besten Restaurants der Schweiz. 2018 gehen Punkte an 24 Lokale in der Region Basel. Zwei Basler Beizen sind neu im Verzeichnis der Gourmet-Lokale.

Hans-Martin Jermann
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So sieht es im Punkte-Restaurant Roter Bären aus.

So sieht es im Punkte-Restaurant Roter Bären aus.

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Das Restaurant Roter Bären im Kleinbasel und das «Apulia» im ehemaligen «Charon» sind erstmals in der Gastro-Bibel «Gault Millau» aufgelistet. Beide Restaurants sind 2016 neu eröffnet worden. Der «Rote Bären» gilt in Hipsterkreisen als eine der heissesten Adressen Basels. Die Geschwister Madeleine und Cécile Grieder sind erfahrene Szene-Gastronomen und führen unter anderem – unweit vom «Roten Bären» – die Grenzwert-Bar.

Das Restaurant Roter Bären in Basels Rotlichtviertel.

Das Restaurant Roter Bären in Basels Rotlichtviertel.

Kenneth Nars

Durch die Karte essen

Im originell eingerichteten Lokal mitten in Kleinbasels Rotlichtviertel bietet Chef Roger von Büren eine moderne regional-saisonal ausgerichtete Küche. Es ist von Bürens erste Station als Chef; als ehemaliger Koch im «Gundeldingerhof» und «Goldenen Fass» geniesst er in der Stadt bereits seit Längerem einen guten Ruf. Speziell: Im «Roten Bären» werden alle Gerichte in gleicher Grösse serviert. Damit müssen sich die Gäste nicht auf einen Hauptgang konzentrieren, sondern können sich querbeet durch die Karte essen. «Gault Millau» 2018 würdigt das «trendige Konzept» mit 13 Punkten.

Das «Apulia» im ehemaligen «Charon» ist neu im «Gault Millau» gelistet.   

Das «Apulia» im ehemaligen «Charon» ist neu im «Gault Millau» gelistet.   

Roland Schmid

Ebenfalls neu in der Gastro-Bibel findet sich das «Apulia»: Seit Anfang 2016 wirtet Stefano Giovannini, der zuvor das «Aroma» am Marktplatz erfolgreich führte, im ehemaligen «Charon» gleich beim Spalentor. Das Jugendstil-Ambiente mit Bistro-Charakter ist erhalten geblieben, die Küche von Franco Mastrullo aber – wie der Name des Lokals verrät – ganz auf den Süden Italiens ausgerichtet. «Hier wird casalinga und stimmig gekocht», schreibt «Gault Millau». Die Kritiker waren aber bei ihrem Besuch nicht mit allen getesteten Gerichten zufrieden und vergaben 12 Punkte.

Neben den beiden Neuzugängen freuen sich drei Restaurants in der Region über eine bessere Bewertung. Je einen Punkt zusätzlich gibts in der 2018er-Ausgabe für das «Atelier», das Zweitrestaurant im Basler Teufelhof (neu 14), das Krafft Basel (13) sowie das «Le Murenberg» in Bubendorf (15). Im «Krafft» ist der Punktgewinn wohl auch auf den neuen Koch Hubert Mayer zurückzuführen, der zuvor zwölf Jahre im weitherum bekannten Hotel Schönegg in Wengen wirkte. «Gault Millau» lobt die Verpflichtung Mayers per November 2016 als «geschickten Schachzug».

Leider gibts in der Liste der regionalen Gourmet-Lokale auch Verluste zu beklagen. Nicht mehr dabei sind das Restaurant Sonne in Bottmingen sowie das «Matisse» und das «St. Albaneck» in Basel. Ein gastronomischer Verlust ist die Schliessung der «Sonne»: Der Südfranzose Philippe Bamas machte aus dem Lokal innert Kürze eine Top-Adresse und schaffte es auf 16 Punkte. Bamas gab im vergangenen Sommer die «Sonne» auf, weil er dort mangels Gartenwirtschaft und Parkplätzen keine Perspektiven sah. Wirbel verursachte der Konzept-Wechsel im Basler «Matisse». Der mit 17 Punkten dekorierte Chefkoch Erik Schröter musste gehen, weil die Eigentümerin Ryago AG in der aufwändigen Gourmet-Küche keine wirtschaftliche Zukunft sah. Im «Matisse» gibts seit Anfang Jahr solide Hausmannskost wie Rahmschnitzel mit Nüdeli anstatt «getauchte Jakobsmuschel».

«Chef mit genialen Zügen»

Auf die anderen Gastro-Stars der Region ist freilich Verlass: Mit 19 Punkten an der Spitze steht weiterhin das «Cheval Blanc» im Hotel Les Trois Rois. «Gault Millau» nennt Starkoch Peter Knogl euphorisch als «Chef mit genialen Zügen» und «einen der besten im Land». Kochkunst von überregionalem Niveau bieten mit 18 Punkten zudem Peter Moser im «Les Quatre Saisons» an der Clarastrasse, Tanja Grandits im «Stucki» auf dem Bruderholz sowie Felix Suter und Sandra Marugg Suter im «Schlüssel» in Oberwil. Das Paar wurde 2017 mit dem Titel «Aufsteiger des Jahres» ausgezeichnet und holte erstmals überhaupt 18 Punkte ins Baselbiet.