Gedenktafeln
Stolpersteine sollen bald auch in Basel an die Opfer der Nazis erinnern

Anfang November werden in Basel die ersten vier Messingplatten eingelegt. Weitere sollen folgen. Es sei wichtig, dass es auch hier solche Steine gebe, sagt Ralph Lewin, ehemaliger Regierungsrat und Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes.

Hans-Martin Jermann
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In Zürich sind vergangenes Jahr sogenannte Stolpersteine aus Messing zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus eingesetzt worden. In Deutschland gibt es solche bereits seit den 1990er-Jahren.

In Zürich sind vergangenes Jahr sogenannte Stolpersteine aus Messing zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus eingesetzt worden. In Deutschland gibt es solche bereits seit den 1990er-Jahren.

Ennio Leanza/ Keystone

Die Erinnerung an die Holocaust-Opfer soll nun auch in Basel mit sogenannten Stolpersteinen sichtbar gemacht werden: Am 2. November werden die ersten Gedenksteine verlegt, weitere sollen folgen. Zudem ist in Riehen an der Grenze zu Deutschland, wo während des Zweiten Weltkriegs Gruppen von Flüchtlingen abgewiesen wurden, eine Stolperschwelle geplant.

75'000 Steine in ganz Europa

Die Stolpersteine erinnern an Menschen, die während des Zeit des Nationalsozialismus ermordet, deportiert oder vertrieben wurden. Seit 1992 werden, ursprünglich auf Initiative des deutschen Künstlers Gunter Demnig, solche Gedenktafeln verlegt. Mittlerweile gibt es in ganz Europa rund 75'000, davon auch einige in der Schweiz (unter anderem in Zürich). Dabei handelt es sich um zehn auf zehn Zentimeter grosse Betonwürfel mit einer Messingplatte, die im Trottoir - meist vor letzten Wohnort der Person - eingelassen werden. Dass auch in Basel solche Stolpersteine gegen das Vergessen verlegt werden, machte die bz vergangenen Dezember bekannt.

Auch an der Grenze bei Basel wurden viele Flüchtlinge abgewiesen

Mitglied der Basler Gruppe für die Stolpersteine ist Ralph Lewin. Der ehemalige SP-Regierungsrat ist seit rund einem Jahr Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG). Es sei wichtig, dass es auch in Basel Stolpersteine gebe, sagte er dem «Regionaljournal Basel» von SRF. Es habe auch in Basel viele Fälle gegeben, bei denen bedrohte jüdische Flüchtlinge an der Grenze abgewiesen oder Menschen gar ausgewiesen wurden. Dies, obwohl offensichtlich gewesen sei, welches Schicksal sie auf der anderen Seite der Grenze erwarte.

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