Nicht öffentlich
Geduld gefragt: Vorerst dürfen nur Mitarbeiter den Roche-Turm besuchen

Für Gruppen besteht eine Möglichkeit, den «Bau 1» zu besichtigen. Durch organisierte Touren soll den Besuchern die Firma näher gebracht werden. Doch zuerst kommen die Angehörigen von Roche-Mitarbeitern und Anwohner dran.

Stefan Schuppli
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Die attraktive Begegnungszone im neuen Bau 1 der Roche.

Die attraktive Begegnungszone im neuen Bau 1 der Roche.

Nicole Nars-Zimmer

Gross war die Enttäuschung, als bekannt wurde, dass es für die Öffentlichkeit keine Aussichtsplattform im obersten Stock des Roche-Turms gibt. Auch einen «Tag der offenen Tür» gibt es nicht – aus nachvollziehbaren Gründen: Einen Ansturm von 50 000 bis 100 000 Besuchern zu bewältigen, ist logistisch fast nicht machbar.

Es hätten strikte zeitliche Beschränkungen auferlegt werden müssen, sagte Roche-Standortleiter Jürg Erismann bereits im Frühjahr in einem Interview mit der bz. Das hätte sicherlich zu gereizten Reaktionen geführt. Ausserdem stellten bei der grossen Besucherzahl die Baustellen ein Sicherheitsrisiko dar.

Angehörige kommen zuerst

Roche stellte hingegen ein Besucherkonzept in Aussicht. Besichtigungen in Gruppen seien nach Voranmeldung möglich. Man wolle aber nicht eine Art «Turmtourismus», bei dem autocarweise Besucher herangebracht werden und man Schlange stehen müsse, hiess es am Rande der Medienorientierung am Freitag. Man wolle viel mehr, dass den Besuchern Roche als Firma nähergebracht wird. Kurz: Angedacht sind organisierte Besichtigungstouren.

Bis es so weit ist, braucht es aber Geduld. Denn die ersten Besuchergruppen werden die Angehörigen der Roche-Mitarbeitenden sein. Danach folgen die Nachbarn, später weitere Gruppen. Man sei bereits auf Monate hinaus ausgebucht. Und zuerst werden jetzt mal die Mitarbeitenden einziehen. Das dürfte etwa bis Februar dauern.

Wer darf in den obersten Stockwerken arbeiten? Nur Schwindelfreie? Den Roche-Verantwortlichen war nichts Konkretes zu entlocken. Da sich der Turm gegen oben hin verjüngt, ziehen oben eher kleinere Abteilungen ein.

Während unten rund 100 Angestellte pro Stock arbeiten werden, sind es zuoberst nur 25. Die Konzernleitung jedenfalls wird es nicht sein, sie bleibt an ihrem heutigen Standort im Salvisberg-Bau aus den Dreissigerjahren.

Eine Arbeitsplatz-Rochade

Roche-Chef Severin Schwan räumte an der Medienkonferenz mit der Vorstellung auf, dass mit dem Bezug des Baus 1 gleich 2000 neue Arbeitsplätze auf dem Areal entstünden. Viele Mitarbeitende ziehen innerhalb des Areals in den Bau 1 um, etwa weil der Eckbau an der Peter Rot-Strasse (Bau 74) abgerissen wird.

Mit dem Bau 1 habe sich erstmals die Chance ergeben, dass man die 1500 Mitarbeitenden des Baus 74 in der Nähe habe unterbringen können, sagte Schwan. Das aus den Siebzigerjahren stammende Gebäude habe sich aus verschiedensten Gründen nicht bewährt (zum Beispiel zu wenig Tageslicht, Grossraumbüros, energiefressend etc.).

Auch nach dem Umzug in den Bau 1 werden noch 3000 der insgesamt rund 9000 Roche-Mitarbeitenden in Basel-Stadt an rund einem Dutzend Standorten über ganz Basel verteilt sein. Das neue Arealentwicklungsprojekt umfasst 3600 Arbeitsplätze.

Zum einen sind sie Ersatz für existierende Arbeitsplätze auf dem Areal an der Grenzacherstrasse. Zum andern werde nun möglich, über ganz Basel verteilte Roche-Arbeitsplätze hier zu konzentrieren. Weitere Arbeitsplätze werden ins Informatik-Zentrum nach Kaiseraugst verlagert.

Insgesamt werde die Anzahl Arbeitsplätze an der Grenzacherstrasse (heute rund 6000) in den nächsten Jahren stabil bleiben und nach Beendigung des Projekts im Jahr 2022 auf rund 8000 zunehmen, sagt Roche-Mediensprecher Nicolas Dunant.

Und im laufenden Jahr? In der Schweiz werden noch dieses Jahr «mehrere hundert» neue Arbeitsplätze geschaffen, sagte Schwan in einem Interview in der gestrigen Ausgabe der «Sonntagszeitung».