Sie wollen den Schulweg für ihre Kinder sicherer machen. Darum reichte der Elternrat des Vogelsangschulhauses Ende Mai eine Petition ein. 300 Personen hatten unterschrieben. Sie forderten Massnahmen, um die Situation bei der Kreuzung Rosentalstrasse/Schwarzwaldallee zu entschärfen.

Denn bis das Erlenmattschulhaus im Jahr 2017 fertiggestellt ist, müssen rund 120 Schüler, die im Erlenmattquartier und in dessen Umgebung wohnen, den langen Weg ins Vogelsangschulhaus nehmen. Dabei müssen die Kinder beim Überqueren der Rosentalstrasse besonders vorsichtig sein, denn die Strasse wird von den Tram- und Buslinien 1, 2, 6, 17 und 30 und von Velos und Autos befahren. Einen Fussgängerstreifen gibt es nicht.

Zuerst um die Ecke

Flavio Tiburzi, Leiter des Schulkreises drei sagt, dass die Petition des Elternrates erwirken konnte, dass ab Beginn des nächsten Schuljahres Geländer auf dem Trottoir befestigt werden. Vom Erlenmattquartier auf der rechten Strassenseite der Schwarzwaldallee her kommend, werden die Geländer auf der Höhe des McDonald’s in den Boden geschraubt. Die Idee ist, dass die Schulkinder entlang des Geländers in eine leichte Rechtskurve geführt werden.

«So überqueren sie die Rosentalstrasse nicht mehr an der Ecke, wo sie dem Rechtsverkehr ausgesetzt sind, sondern müssen zuerst leicht in die Rosentalstrasse einbiegen und überqueren sie dann», sagt Tiburzi. Als weitere Hilfe gibt es dort in der Mitte der Strasse eine kleine Verkehrsinsel, wo die Kinder innehalten können, bevor sie den restlichen Strassenabschnitt hinter sich bringen.

«Wenn die Kinder die wichtigen Sicherheitsvorschriften beachten, ist der Schulweg zumutbar», findet Tiburzi. Selbst für die Kinder, die nach den Sommerferien in die erste Klasse kommen. Abgesehen von einem Mal habe es nie einen Unfall an der Kreuzung Rosentalstrasse/Schwarzwaldalle gegeben. Vor drei Jahren verunglückte dort ein Mann tödlich, als er die Strasse betrunken überqueren wollte. Tiburzi sagt, dass man entlang des Geländers noch Strassenmarkierungen anbringen wolle. Die Bewilligung dafür ist derzeit aber noch hängig. Bei der Markierung handelt es sich um eine eidgenössische Verordnung, darum muss Bundesbern zuerst sein Einverständnis geben.

Schulweg laut Polizei gefährlich

Veronika Selig, Mutter einer Fünftklässlerin und Mitglied des Elternrates ist vorerst mal zufrieden mit dem Vorschlag des Geländers. Eigentlich habe der Elternrat einen Zebrastreifen gefordert. Dass dies technisch momentan nicht umsetzbar sei, habe sie vermutet. Darum hofft Selig darauf, dass der Zebrastreifen 2017 mit der Umplanung der Tramgleisen an der Rosentalstrasse doch noch kommt. «Zu behaupten, dass der Schulweg zumutbar ist, finde ich nicht richtig», sagt sie.

Immerhin habe eine Begehung mit der Polizei und dem Bau- und Verkehrsdepartement vor drei Jahren ergeben, dass die Kreuzung als gefährlich einzustufen ist. Den Kindern wurde danach geraten, entlang der Mattenstrasse zur Schule zu gehen. Damit verlängert sich ihr ohnehin schon lange Schulweg aber noch mehr. Mehr tat sich bisher nicht, um den gefährlichen Schulweg zu sicherer zu machen. Das Geländer ist dank der Petition die erste Massnahme.

Tiburzi will nun erst einmal abwarten. Am 18. August ist Schulbeginn. Dann werde man beobachten, wie sich die Situation an der Kreuzung entwickelt. Lotsen, Verkehrskadetten oder andere Sicherheitshilfen wird es laut Tiburzi vorerst keine geben.