Crashgefahr
Gefahrenzone: Vor der Arztpraxis werden Patienten fast über den Haufen gefahren

Arztbesucher ärgern sich über den Veloweg auf dem Rütimeyerplatz. Bald könnte das Problem noch schlimmer werden.

Jakob Weber
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Eine gefährliche Angelegenheit: Patient beim Verlassen der Praxis.

Eine gefährliche Angelegenheit: Patient beim Verlassen der Praxis.

Jakob Weber

Beim Verlassen der Arztpraxen am Rütimeyerplatz 9 droht Gefahr. Der erste Schritt aus dem Eingangstor führt direkt auf einen schwer einsehbaren Veloweg. Dieser dient als Abkürzung über den Platz für Velofahrer, die in die Kluser- oder Schalerstrasse abbiegen wollen. Trottoir oder Markierung? Fehlanzeige. Lediglich an Anfang und Ende des Platzes ist ein gelbes Velo-Piktogramm auf den Boden, das den Weg kennzeichnet.

«Eine absolute Fehlplanung», nennt das Edgar Hübscher. Der 67-Jährige ist selbst ein Leidtragender und wäre letzte Woche beinahe über den Haufen gefahren worden. Als er mit der 85-jährigen gehbehinderten und leicht dementen Lilly Schneider, die er regelmässig zum Arzt begleitet, aus dem Tor tritt, touchiert ihn ein vorbeifahrender Velofahrer. Nur weil dieser noch schnell einen Schlenker einbaut, kommt es nicht zur Kollision. Als Hübscher ihm «He, Hallo! Geht’s noch?» hinterher ruft, bekommt er zum Abschied nur noch den Mittelfinger gezeigt.

«Ich kann so einen Velofahrer im Notfall vom Rad schupsen. Hätte er Lilly getroffen, hätten wir direkt zurück zum Arzt gehen können», sagt Hübscher. Eine Anwohnerin stützt dessen Aussage und bezeichnet den Veloweg auf dem Rütimeyerplatz als «Ärgernis».

Velofahrer sind im Recht

Hübscher sucht die Schuld in seinem Fall nicht beim vermeintlichen Velorüpel. «Er ist ja im Recht. Schliesslich fährt er auf dem Veloweg. Dieser ist das grosse Problem», sagt Hübscher und schiebt die Verantwortung an das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) ab.
«Uns sind keine Meldungen bekannt, dass das Mit- und Nebeneinander von Velofahrenden und Fussgängern hier nicht funktionieren würde», sagt BVD-Sprecherin Nicole Stocker und fügt hinzu: «Da der Platz grundsätzlich den Fussgängern vorbehalten ist und somit quasi als grosses Trottoir daherkommt, ist weder ein Velostreifen noch ein zusätzliches Trottoir möglich und sinnvoll.»

BVD beobachtet Veloverhalten

Ab kommenden Montag könnte sich die Situation weiter verschärfen. Um Raser auf der Rütimeyerstrasse zu bremsen, wird nämlich die Bushaltestelle «Rütimeyerplatz» testweise für drei Monate auf die Mitte des Platzes verlegt. Durch den entstehenden Stau könnten auch Velofahrer, die eigentlich geradeaus fahren wollen, über den besagten Veloweg auf dem Rütimeyerplatz ausweichen. Die BVD hat angekündigt auch das Verhalten der Velofahrer in die Testauswertung einfliessen zu lassen.