In der Büros des Eco-Festivals ist Stimmung aufgekommen: Eben haben die Organisatoren erfahren, dass sie für ihre Veranstaltung nicht nur kisten- sondern gleich palettweise Gemüse bekommen. Es handelt sich um Ausschussware, die man zwar essen kann, die aber aus irgendwelchen Gründen nicht verkäuflich ist. Am Eco-Festival am morgigen Samstag auf dem Barfüsser- und dem Theaterplatz wird die Ware gleich vor Ort gekocht, gepresst oder zu Salat verarbeitet.

Die Veranstalter machen damit auf die in unseren Breitengraden herrschende Verschwendung von Nahrungsmitteln – Neudeutsch Foodwaste – aufmerksam. Ein Teil der Ware wird nur deshalb nicht verkauft, weil er nicht den gängigen Normen entspricht, wie etwa Rüebli mit zum Teil skurrilen Formen. Die überschüssigen Lebensmittel sammeln die Organisatoren gemeinsam mit «Foodsharing» und «Slow Food Youth» bei verschiedenen Gemüseproduzenten und -händlern ein.

«Bis jetzt war die Resonanz der Produzenten und Händler überwältigend», sagt Peter Rinker, Leiter des Eco-Festivals. «Bei einem Abholbesuch bei einem Gemüsehändler wurden wir mit über 30 Kisten Früchten und Gemüse überrascht, darunter auch einige Kisten leckere Orangen. Und dann haben wir soeben von einem Bauern noch eine Mail erhalten, er habe für uns zwischen 300 und 350 Kilo Gemüse, das er uns fürs Wochenende zur Verfügung stellt», so Rinker.

Darunter finden sich eine ganze Palette Salat, 10 Kisten Mangold, rund 50 Kilo Gurken und 70 Kilo Kartoffeln. Es dürfte die doppelte Menge zusammenkommen wie im Vorjahr, schätzt Rinker. An einem «normalen» Wochenende wäre die Ware entsorgt worden.

«Rund ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel geht zwischen Feld und Teller verloren oder wird verschwendet», schreibt der Verein Foodwaste. Das entspreche pro Jahr rund 2 Millionen Tonnen Nahrungsmittel oder der Ladung von rund 140 000 Lastwagen, die aneinandergereiht eine Kolonne von Zürich bis Madrid ergeben würden. Fast die Hälfte der Abfälle würden von privaten Haushalten und der Gastronomie verursacht. «Pro Person landen hier täglich 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall.» Dies entspreche fast einer ganzen Mahlzeit.

Auch bei den Tieren herrscht Verschwendung noch und noch. In der Schweiz werden jährlich zwei Millionen Legehennen geschlachtet, berichtete die bz im November 2016. Rund ein Drittel davon wird nicht gegessen, sondern zu Biogas verarbeitet. Das liegt daran, dass Konsumenten vom Huhn hauptsächlich die mageren Kurzbratstücke kaufen.

Kunst-Bau-Projekt und Musik

Am Eco-Festival werden auch noch viele andere Themen präsentiert: Der neu gegründete Verein «Macherschaft – öffentliche Werkstatt & Atelier» aus Basel organisiert beispielsweise erstmals ein Kunst-Bau-Projekt, an dem alle mitwirken können. Mit Holz, Metall, Stoffen oder Farben und durch den Einsatz von verschiedenen Werkzeugen lädt das Macherschaft-Team dazu ein, gemeinsam ein Kunst-Bauwerk zu erschaffen.

«Was dabei herauskommt, steht in den Sternen und ist ganz vom Engagement der Festivalbesucherinnen und -besucher abhängig», schreiben die Organisatoren. Das Schweizer Nachhaltigkeitsfest bietet ausserdem einen Streichelzoo und eine interaktive Ausstellung unter dem Titel «Wasser – alles klar?». Auch für Musik ist gesorgt, verschiedene Basler Bands und DJs werden auftreten, unter anderem Uhuru Sound Resistance und Xipenda.

Eco-Festival: Barfüsser- und Theaterplatz Samstag 10 – 21 Uhr. www.eco.ch/festival