Das Rheinbord am Kleinbasler Ufer ist die grösste Freizeitattraktion von Basel – und in den zunehmend heissen Sommern zusehends verstopft. Jahr für Jahr räumt die Stadtreinigung grössere Abfallmengen weg, Velofahrer zirkeln um Fussgänger, es ist eng. Kommt hinzu, dass die aktuell vorherrschende Ausgestaltung des Rheinbords deutlich veraltet ist. Sie stammt aus den 1970er-Jahren und wurde im Rahmen des Projekts Grün80 realisiert. Das führt zur Situation, dass Politiker mittlerweile vorschlagen, die Aufenthaltszone im grossen Stil aufs Grossbasler Ufer auszuweiten, um das Kleinbasel zu entlasten.

Doch die Pläne für ein ganz neues Kleinbasler Rheinbord liegen beim Kanton schon bereit. Seit knapp einem Jahrzehnt steht zum Beispiel ein Vorprojekt für die Neugestaltung des Schaffhauserrheinwegs. Es gibt sogar einen Ratschlag der Regierung. Doch der wurde vor zehn Jahren gestoppt, noch bevor er an die Öffentlichkeit gelangte. Grund dafür war eine rigorose Sparrunde des Kantons.

Ein Jahrzehnt in der Schublade

Das Vorhaben basiert auf der Planung eines Projektwettbewerbs «Rheinpromenade Kleinbasel» vom Dezember 2010. Das damit evaluierte Konzept der Wettbewerbsgewinner, Hager Landschaftsarchitektur aus Zürich, dient seither als Referenz bei kleineren lokalen Eingriffen, wie etwa aktuell vor der Kaserne. Das Projekt «rhein schauen» sah vor, den Rhein über mehrere Stufen und Treppen zugänglich zu machen. Insbesondere die Längsstrassen würden ungehinderte Sicht aufs Wasser erhalten, die Aufenthaltsqualität sollte steigen, das Gedränge sich besser verteilen. Zwar mag diese Gestaltung auch bereits etwas in die Jahre gekommen sein, doch sie hat nach wie vor Gültigkeit.

Loslegen konnte der Kanton aber nie. Der in Basel normalerweise ausschlaggebende Grund für Gesamtsanierungen – grossflächige Erneuerungen von Werkleitungen etwa – fehlte. So heisst es seitens Planungsamt, dass Leitungserneuerungen am Schaffhauserrheinweg frühestens in den 2030er-Jahren zu erwarten seien, also in gut zehn Jahren. Zu den restlichen Abschnitten seien keine Prognosen möglich.

Anpassung der Gestaltung sogar noch möglich

Doch der Druck wächst jenseits maroder Leitungen. Anwohner monieren lautstark die Übervölkerung des heutigen Rheinbords und wehren sich gegen die Erlaubnis für tragbare Lautsprecher-Boxen – so auch alt SP-Baudirektorin Barbara Schneider. Entlang der heutigen aufgewerteten Uferabschnitte drängen sich Menschen dicht an dicht. Was weitere Nutzerkonflikte und entsprechende Abfallmengen zur Folge hat, wie Polizei und Stadtreinigung gleichermassen bestätigen. Die Auswüchse sind so enorm, dass der Kleinbasler FDP-Politiker Daniel Seiler kürzlich die Sperrung einzelner Abschnitte in der Nacht vorschlug.

Vorwärtsmachen statt Warten kann der Kanton mit der Umgestaltung aber erst, wenn die Regierung vom Parlament einen klaren Auftrag erhält. In diesem Zug wäre auch eine Aktualisierung des mittlerweile zehnjährigen Gestaltungskonzepts denkbar, wie Ressortleiter Dirk Leutenegger vom Basler Planungsamt auf Anfrage sagt.

Unumstritten sind Massnahmen entlang des Kleinbasler Uferbereichs allerdings nicht: Anwohner wehren sich immer wieder gegen Massnahmen, die einige Uferabschnitte beleben, wie etwa just am Schaffhauserrheinweg. Dort darf diesen Sommer wegen Protesten der Nachbarn statt einer weiteren Buvette diesen Sommer nur ein kleines Verpflegungsmobil auffahren.