Die Leerstandquote von Büros ist im Vergleich zu Wohnräumen deutlich höher: In der Schweiz stehen 4,2 Prozent Büroflächen leer, bei den Wohnungen sind es 0,9 Prozent.

Die UBS prognostiziert eine wachsende Quote bei den Büroflächen für die nächsten zwei bis drei Jahre. Fraglich ist nur, ob diese alle gebraucht werden. Bei den Banken beispielsweise ist ein Rückgang an Büroflächenbedarf beobachtbar. Daniel Kalt, Chefökonom der UBS, schlägt vor, die ungenutzten Büros in Wohnungen umzuwandeln und so dem Trend der Wohnungsnot in den Städten entgegenzuwirken.

In Basel ist man voraus

Die vom UBS-Chefökonom vorgeschlagene Lösung zur Wohnungsnot ist in Basel-Stadt bereits seit August vergangenen Jahres Thema im Regierungsrat. Beschlossen wurden 41 Massnahmen, wovon eine sich mit dem Umfunktionieren von leerstehenden Büroräumen zu Wohnungen befasst. Laut einer Studie von Wüest und Partner sollen in Basel-Stadt somit in den nächsten 15 Jahren 400 bis 600 Wohnungen aus ungenutzten Büros entstehen.

Und das, obwohl im Stadtkanton derzeit de facto keine Wohnungsnot herrscht: Die Zuwanderung hat zwar in den letzten vier Jahren um über 7000 Personen zugenommen. Die Leerwohnungen halten sich in Basel jedoch über einem Prozent. Sobald die Zahl unter einen Prozent klettert, kann man den statistisch definierten Notstand ausrufen.

Umbau kommt selten vor

Doch wie oft werden in Basel Büro- in Wohnflächen umgebaut? Jana Jascur, Leiterin Baubewilligungen und -kontrolle des Kantons Basel-Stadt stellt fest: «Seit 2003 sind jährlich zwei bis drei Gesuche für Umnutzungen von Büro zu Wohnen eingegangen. 2006 wurde kein Gesuch eingereicht. Das bauliche Begehren, aus Büros Wohnungen zu machen, ist in den letzten neun Jahren folglich weder gestiegen noch gesunken.»

Wenn sich jemand für einen Umbau interessiert, kann er sich an Regula Küng von der kantonalen Fachstelle Stadtwohnen wenden. Sie berät und unterstützt Firmen und Privatpersonen, die über leere Büroflächen verfügen und Vermieter werden wollen: «Dies kann sich lohnen, wenn die Lage des Gebäudes und planungsrechtliche Faktoren stimmen.»

Überprüft werden diese Faktoren vom Baugewerbeinspektorat. Ein Büro in eine Wohnung umzuwandeln ist eine sehr individuelle Angelegenheit: «Jedes Gebäude hat einen bestimmten Zweck und ist entsprechend ausgestattet. Deswegen hat der Planer bei einer Umnutzung objektbezogen vorzugehen. Bei einem Umbau eines Grossraumbüros in eine Wohnung sind andere bauliche Aspekte zu berücksichtigen als bei einem Umbau eines kleinen Büros in eine Wohnung», sagt Jana Jascur.

Komfortables Wohnen

Ehemalige Büros als umgebaute Wohnungen bietet in Basel derweil das Versicherungsunternehmen Axa mit «take25» an. Dem Wohnquartier im Gundeli sieht man seine alte Funktion als Arbeitsräume kaum mehr an. Und der Umbau hat sich gelohnt: Das Quartier an zentraler Lage bietet Balkon und moderne Inneneinrichtung an. Was ebenfalls für den gelungenen Umbau spricht: Alle Wohnungen sind belegt.