Wohnen

Gegentrend: Immer mehr Basler Mietwohnungen stehen leer

Vor allem kleinere Wohnungen stehen öfter leer. Blick aus dem Meret-Oppenheim-Hochhaus.

Vor allem kleinere Wohnungen stehen öfter leer. Blick aus dem Meret-Oppenheim-Hochhaus.

Immer mehr Mietwohnungen stehen leer. Basel-Stadt nimmt damit den Gegentrend vielen Teilen der Schweiz ein.

Sie ist eine der grössten Sorgen der Bevölkerung: die Basler Wohnungsknappheit. Nun zeigen neueste Zahlen des Amts für Statistik eine Entspannung; die Leerstandsquote sinkt (siehe Box unten). Patrick Schnorf von der Immobilien-Beratungsfirma Wüest Partner ordnet ein.

Herr Schnorf, wie sind die aktuellen Zahlen zum Basler Wohnungsmarkt einzuschätzen?

Patrick Schnorf: Grundsätzlich sind die Zahlen sehr interessant. Sie zeigen einen anderen Trend als in jenen Kantonen, die bereits neue Zahlen veröffentlicht haben. In Zürich und im Aargau etwa sinkt die Leerstandsquote. Aus Mietersicht ist das grundsätzlich positiv.

Wieso tickt Basel anders?

Ich teile die Ansicht des Kantons, dass die sinkende Leerstandsquote auf die erhöhte Bautätigkeit zurückzuführen ist. Gleichzeitig ist das Interesse an Basel als Wohnort ungebrochen hoch. Dass sich der Wohnungsmarkt im Gegensatz zu anderen Zentren inzwischen etwas entspannter präsentiert, lässt sich überdies noch in anderer Weise beobachten.

Welche denn?

Da wäre beispielsweise die Anzahl Suchabos pro ausgeschriebener Mietwohnung. In Basel verfolgen jede neue Wohnung im Schnitt 1,3 Personen mittels Abo auf einer Immobilienplattform. Das liegt ungefähr im Schweizer Schnitt. In Bern sind es 4,4 und in Zürich 4,7. Anders sieht es beim Kaufinteresse für Eigentumswohnungen aus. Hier beträgt die Quote in Basel 7,3 Suchabos pro ausgeschriebener Wohnung – der Markt kann als ausgetrocknet bezeichnet werden. Erwähnenswert ist die Angebotsquote, die für Eigentumswohnungen bei lediglich 1,7 Prozent liegt und für Mietwohnungen bei 6 Prozent. In Zürich ist sie nur halb so hoch. Für Basel bedeutet das: Es stehen mehr Mietwohnungen zur Verfügung.

Dürfen Mieter nun mit tieferen Mietzinsen rechnen?

Das denke ich nicht. Man darf nicht vergessen: Die Leerstandsquote ist noch immer tief, auch wenn ich nicht das politisierte Wort «Wohnungsnot» gebrauchen würde. Basel ist ein attraktives Pflaster und die Nachfrage ist nicht vollständig gedeckt. Allerdings kann es sein, dass die Mieten nicht so steigen, wie sie es in den vergangenen Jahren taten.

Meistgesehen

Artboard 1