Wettsteinquartier
Gegner des Landhof-Parkings ziehen vors Bundesgericht

Basler Verwaltungsgericht heisst Bau des umstrittenen Parkhauses gut. Die IG «Quartierparking Landhof – Nein!» will weiter gegen das «sinnlose Parking» kämpfen.

Leif Simonsen
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Dieser Tage liegt der Landhofrasen, worunter das Parkhaus hin soll, unter einer unschuldigen Schneedecke.

Dieser Tage liegt der Landhofrasen, worunter das Parkhaus hin soll, unter einer unschuldigen Schneedecke.

Roland Schmid

Unter dem Rasen der altehrwürdigen FCB-Heimstätte Landhof soll man künftig sein Auto abstellen können. Die Basler Regierung plant ein Parkhaus für 200 Autos. So soll der Parkplatzknappheit im Wettsteinquartier begegnet werden. Viele Anwohner können sich darüber nicht freuen – über 90 Wettstein-Bewohner haben gegen das generelle Baubegehren Rekurs eingelegt. Sie fürchten mehr Verkehr und versprechen sich kaum Nutzen vom neuen Parking.

Empfindliche Niederlage für Gegner

Seit über drei Jahren kämpfen sie gegen das Projekt. Nun muss die Interessengemeinschaft «Quartierparking Landhof – Nein!» aber eine empfindliche Niederlage einstecken. Das Basler Verwaltungsgericht gibt grünes Licht für den Bau des eingeschossigen Parkings. Es stützt sich unter anderem auf Daten des Amts für Mobilität, die bei der Erhebung im April 2017 aufgezeigt hätten, dass die Belegung rund um den Landhof in gewissen Strassenabschnitten über 100 Prozent betrage. Hier muss man also als Autofahrer in den Stosszeiten warten, bis ein Parkplatz frei wird.

Parkplatznot ist laut Gericht dauerhaft

«Gestützt auf diese Erhebungen ist ersichtlich, dass für die Anwohner im Quartier ein Parkierdruck besteht», heisst es im noch nicht rechtskräftigen Urteil, das der bz vorliegt. Eine Trendumkehr sei nicht absehbar: «Aufgrund der neu geschaffenen Arbeitsplätze auf dem Areal ist nicht davon auszugehen, dass sich diese Situation nach der Beendigung des Baus des zweiten Roche-Turms und ungeachtet des Trends zum Arbeiten im Homeoffice deutlich ändern wird», heisst es weiter. Anders als die Rekurrenten kommt das Gericht zum Schluss, dass die Parkplatznot im Wettstein-Quartier dauerhaft sei und nicht auf eine einzelne, zufällige Erhebung beruhe. Es sei daher im öffentlichen Interesse, neue Parkplätze zu schaffen und den Suchverkehr einzudämmen.

Rekurrenten verweisen auf das Messeparking

Die Gegner des Landhof-Parkings sind davon weiterhin nicht überzeugt. Im Gegenteil. Anwohner Roberto Rivetti von der IG «Quartierparking Landhof – Nein!» sagt, nur zwei Rekurrenten wollten das Urteil nicht ans Bundesgericht weiterziehen. Er selbst ist auch alles andere als gewillt aufzugeben – auch wenn er sich über den mittlerweile dreijährigen «sinnlosen Kampf gegen das sinnlose Parking» aufregt.

Rivetti ist der Meinung, dass das Verwaltungsgericht in mehrfacher Hinsicht Dinge verdreht oder falsch verstanden hat. So habe es beispielsweise argumentiert, dass das nahe liegende Messeparking keinen Ersatz biete, da «öffentliche und mehrstöckige Parkhäuser als Dauermietplätze weniger attraktiv sind». Eine hanebüchene Aussage, meint Rivetti: Die günstigsten Dauermietplätze des nahe liegenden Messeparkings lägen bei 150 Franken im Monat. So günstig werde es im Landhofparking nicht. Er sagt: «Das Messeparking ist nach dem Aus der Messen eigentlich nie voll. Es macht das Landhof-Parking überflüssig.»

Für Roberto Rivetti ist klar: Die Argumente der Parkhaus-Gegner sind so stichhaltig, dass sie vor Bundesgericht Bestand haben werden. Er ist optimistisch: «Das Landhof-Parking wird nicht kommen.»