Tramrouten
Gegner monieren: Nur wegen Ozeanium braucht es Margarethenstich

Der Margarethenstich sei nur nötig, weil das Ozeanium an der Heuwaage zu gross sei. Dieser These der Gegner widerspricht der Kanton Basel-Stadt.

Michel Ecklin
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An der Heuwaage an der Strasse Richtung Binningen sei nicht genug Platz für die vorgesehenen Autospuren, für Velos und für zwei Tramgleise, bemängelt Bauingeneur Paul Bossert.

An der Heuwaage an der Strasse Richtung Binningen sei nicht genug Platz für die vorgesehenen Autospuren, für Velos und für zwei Tramgleise, bemängelt Bauingeneur Paul Bossert.

Martin Toengi

Der Margarethenstich ist nur deshalb nötig, weil das Ozeanium in Basel schlecht geplant wird, nämlich zu gross. Diese These stellen die Gegner des Tramabschnitts auf, das Baselland und Basel-Stadt zwischen dem Gundeli und Binningen bauen wollen.

«Der Planungsperimeter des Ozeaniums ist viel zu gross», sagt Paul Bossert. Er ist Bauingenieur und sitzt im Komitee, das gegen den Baselbieter Kredit für das bikantonale Bauprojekt erfolgreich das Referendum ergriffen hat. Die Planer hätten sich nämlich nicht überlegt, wie der Verkehr an der Binningerstrasse abgewickelt werden solle. «Die haben das Ozeanium einfach hingestellt und gedacht, das werde schon irgendwie aufgehen», sagt er aufgrund der Pläne, die er vom Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) erhalten hat.

Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
15 Bilder
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.
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Ozeanium Visualisierung
So soll das Ozeanium aussehen. (Visualisierung)

Ausstellung zur Visualisierung des Ozeaniums.

Zoo Basel

Deshalb sei an der Heuwaage an der Strasse Richtung Binningen nicht genug Platz für die vorgesehenen Autospuren, für Velos und für zwei Tramgleise. In der zweiten Planauflage zum Ozeanium, die Anfang Jahr stattfand, ist zwar eine ausführliche Verkehrsführung aufgeführt. «Die ist doch nicht machbar», meint Bossert dazu. «Da hat man keine Chance, zwei Gleise unterzubringen.»

Und auch die jetzige Tramschlaufe falle mangels Platz dem Projekt des Zolli zum Opfer, sagt Bossert. Doch diese ist unbestritten nötig, etwa während der Fasnacht. Und deshalb brauche es «die grösste Tramschlaufe der Welt», nämlich vom Leimental kommend über die Innenstadt, den Bahnhof und den Margarethenstich zurück ins Leimental. Und nur deshalb werde der Margarethenstich gebaut.

Dieser Kritik kann BVD-Sprecher Daniel Hofer nichts abgewinnen. Der Perimeter des Ozeaniums beruhe auf Vorstudien. «Der verfügbare Platz ist so dimensioniert, dass in der Binningerstrasse die vorgesehenen Fahrspuren, Velostreifen, Trottoirs, Mittelinseln für Fussgängerinnen und Fussgänger und eine Ausnahmehaltestelle sämtliche Normen einhalten können», sagt er. Der Perimeter des Ozeaniums sei optimal zwischen den verschiedenen Bedürfnissen abgestimmt.

Noch einige Pfeile im Köcher

Der Margarethenstich sei nicht wegen dem Neubau an der Heuwaage nötig, sondern für «attraktive Direktverbindungen vom Leimental mit seinen über 60 000 Einwohnern zu den grossen und wachsenden Arbeitsplatzzentren der Stadt und den Verkehrsdrehscheiben Bahnhof SBB/SNCF und Badischem Bahnhof».

Doch Bossert ist derzeit daran, auf eigene Faust eine alternative Tramroute ohne Margarethenstich zu erarbeiten. Eine solche «bessere Lösung» haben die Margarethenstich-Gegner bereits vor einigen Wochen auf ihrer Webseite aufgeschaltet. Dort schreiben sie aber auch, sie sei bereits überholt. Voraussichtlich stimmen die Baselbieter im kommenden September über den Margarethenstich ab, und bis dahin verspricht Bossert: «Ich habe noch einige Pfeile im Köcher. Die will ich aber nicht jetzt schon alle abschiessen.»

Bereits jetzt sagt er, das BVD wolle das Ozeanium eigentlich gar nicht. Denn ohne könne man die jetzige Wendeschlaufe an der Heuwaage behalten. So werde die «grösste Tramschlaufe der Welt» unnötig, und damit auch der Margarethenstich.

Woher er diese Information hat, will Bossert nicht verraten. Er meint nur: «Wenn Basel das Ozeanium nicht will, sollte man das auch offen sagen.» Eine solche Unterstellung weist Hofer als «ohne jegliche Grundlage» von sich: «Der Kanton unterstützt sowohl das Ozeanium des Zoo Basels wie auch die Tramverbindung Margarethenstich seit Jahren.»

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