Rebecca Holstein, Projektleiterin beim Stücki-Betreiber Wincasa, bringt das Dilemma auf den Punkt: «Am Anfang stellte sich die Frage, ob wir das Stücki abreissen oder umgestalten.» Die Entscheidung fiel auf Letzteres.

Am Freitag stellte Wincasa bei einer Medienkonferenz den Stand des Transformationsprozesses, die Neuigkeiten und die weiteren Perspektiven vor. Von den ursprünglich 34'000 für den Detailhandel reservierten Quadratmetern des in der Vergangenheit chronisch erfolglosen Basler Einkaufszentrums bleiben nur knapp 10'000 Quadratmeter übrig.  

Stattdessen entstehe mit Arztpraxen, Labors und Büros, Multiplexkino, Bowling, Fitnessstudio, Gastronomieangeboten und weiteren Läden so etwas wie »eine kleine Stadt» sagte Center-Manager Christian Mutschler. Auf der anderen Seite der Badenstrasse werden neben dem lang gestreckten Bürogebäude des Technologieparks, wo schon Lonza untergekommen ist, vier weitere Bürogebäude gebaut.

Die ersten beiden sollen im Sommer 2020 fertig sein, die übrigen im 3. Quartal 2023. Dann arbeiten hier insgesamt 4000 Personen, alles potenzielle Kunden des Stücki. Eine neue Passerelle wird ihnen den Weg vom Arbeitsplatz dorthin erleichtern. Als weitere Kunden sieht Wincasa die Bewohner der sich wandelnden Quartiere Kleinhüningen und Klybeck.

Das Village ist schon ausgebucht

Schon heute ist das Fitnesszentrum sehr erfolgreich und musste die Anfangsfläche von 1700 Quadratmetern verdoppeln. Das Food-Angebot soll weiter ausgebaut werden. Dazu gehört auch die Bar Milano auf dem Platz des Village, das im Oktober eröffnet wurde. Village ist eine hochwertige Holzkonstruktion mit zahlreichen Räumen. Holstein ist zufrieden: «Es ist ausgebucht.»

Darin befindet sich seit Mitte März die Firma Regus, die zunehmend erfolgreich auf 1200 bis 1300 Quadratmetern Büroräume zur kurzfristigen Miete anbietet. Das zweite Obergeschoss ist dem medizinischen Angebot vorbehalten. Ein Zahnarzt ist schon eingezogen.

Die 1000 neuen Deckenlampen hat Wincasa extra entwickeln lassen. Sie ermöglichen es, das Leuchtmittel unkompliziert auszutauschen. Bei der ursprünglich verfolgten Lösung hätten die LED-Leuchten im Durchschnitt acht bis zehn Jahre gehalten. Kostenpunkt für das Austauschen: eine Million Franken.

Am nördlichen Rand der ehemaligen Mall befindet sich eine gigantische, 14'000 Quadratmeter grosse Baustelle. Hier waren früher Media Markt und Migros. Nun entstehen dort zum 3. Quartal 2020 ein Bowling und ein Multiplexkino mit vorerst 14 Sälen und 2100 Plätzen. Betreiber wird die Firma Arena sein, die bereits in Zürich und Genf mit Multiplexkinos aktiv ist.

Im Kino auch Kongresse

«Das Kino kann auch für Kongresse für bis zu 600 Personen genutzt werden», sagt Mutschler. Lonza oder auch Novartis seien durchaus interessiert an einem solchen Angebot. Die Idee leuchtet ein, laufen doch die meisten Filme eher gegen Abend und das Kino wird am Tag nicht intensiv genutzt. Der zukünftige Betreiber Amiga hat laut Mutschler in Zürich schon Erfahrungen mit einer derartigen doppelten Nutzung. Mit der Fertigstellung wäre der zweite Transformationsprozess abgeschlossen.

Darüber, was für den dritten Transformationsprozess im zweiten Obergeschoss der Mall geplant ist, hält Holstein sich bedeckt. Immerhin stehen hier noch 8000 Quadratmeter zur Verfügung. Zu den Kosten will Wincasa sich nicht äussern. Bereits publiziert wurde, dass Inhaber Swiss Prime Site für das Gesamtprojekt mit einer Investition von fast 300 Millionen Franken rechnet.