Die ersten Anhebungsversuche für das am 4. August ausser Kontrolle geratene 52-Meter-Schiff sind am Freitagmorgen bei Tagesanbruch plangemäss angelaufen, wie ein Sprecher der Schweizerischen Rheinhäfen auf Anfrage sagte. Zunächst gehe es darum zu sehen, ob und wie sich der im Fluss festgezurrte Rumpf beim Anheben bewegt.

Der Rheinpegel war am Freitag mit 547 cm am Messpunkt Rheinhalle tief - 2,43 Meter unter der ersten Schifffahrts-Sperrungs-Limite. Laut dem Sprecher ist der jüngste Regen im Rheineinzugsgebiet noch kein Problem: Nach aktueller Einschätzung bleibe die Strömung wohl im grünen Bereich; erst bei sehr starken Niederschlägen könne es heikel werden.

Wenn die Anhebungsversuche glatt verlaufen, wird ab Montag Ernst gemacht. Wie lange es dann dauert, bis die "Merlin" angehoben, gedreht, transportabel gemacht und in Sicherheit verfrachtet ist, konnte der Sprecher noch nicht sagen.

Das mit einem Bagger bestückte Schiff war am 4. August ausser Kontrolle geraten und gekentert. Darauf krachte ein Passagierschiff, das gerade abgelegt hatte, beim Wenden in den Havaristen und danach in ein anderes, vertäutes Passagierschiff. Verletzt wurde niemand. Die "Merlin" liegt jedoch seither - gesichert, aber kieloben - beim Dreiländereck an der Einfahrt des Basler Rheinhafens Kleinhüningen.