Dass Roger Federer seine Wurzeln in der Region trotz Wohnsitz in Dubai und dem Jetten um die Welt weiterhin unterhält, ist weithin bekannt. Jetzt stellt er dies erneut unter Beweis: Der Tennis-Weltstar greift seinem ehemaligen Club finanziell unter die Arme. Wie das «Regionaljournal» des SRF am Mittwoch berichtete, unterstützt Federer den Bau einer neuen Halle auf der Schützenmatte.

Strippenzieher ist der zweite bekannte Tennisspieler der Region: Marco Chiudinelli, einstiger Doppel-Partner Federers und Freund. «Ich habe meine Juniorenzeit beim TCOB vebracht; man trifft mich noch immer ab und an auf dem Platz dort an», sagt Chiudinelli. An den vergangenen Swiss Indoors hat er seine Profikarriere beendet, «seither bin ich in einer gewissen Botschafterrolle für das Neubau-Projekt.»
1,3 Millionen Franken muss der Klub über seine Mitglieder zusammentragen, um den Kredit für das 7-Millionen-Projekt zu erhalten, eine weitere Million erhoffen sich die Verantwortlichen aus dem Swisslos-Fonds. Insgesamt sind sie auf gutem Weg: «Bereits haben 85 Personen 700 000 Franken gesprochen», sagt Präsidentin Marianne Bernet. «Wir freuen uns sehr über die Unterstützung.» Besonders dankbar sei sie Chiudinelli – er investiert viel Herzblut in das geplante Bau-Projekt.

Wie viel der fehlenden 600'000 Franken sein Freund Federer beisteuern will, darüber wurde Stillschweigen vereinbart. «Er hat einen sehr substanziellen Beitrag versprochen. Dieser basiert aber auf der Bedingung, dass noch fünf weitere Investoren ihre namhafte Unterstützung zusagen», sagt Chiudinelli einzig. Dabei locken attraktive Belohnungen: Ab 100 000 Franken Beteiligung dürfen Donatoren einen Platz benennen, bei einer halben Million die ganze Halle. Dies ist einer Broschüre zu entnehmen, mit welcher der Klub für sein Anliegen wirbt. Kommt Federer also doch früher als gedacht zu Rang und Würden in seinen heimatlichen Gefilden? Bernet winkt ab: «Es steht im Moment noch nicht zur Diskussion, wie die Halle heissen soll. Diese Frage wird aktuell, wenn die Halle steht – so oder so müssten wir Roger Federer aber zuerst fragen, ob er das überhaupt will.»

In der Broschüre stehen indes auch Details zur neuen Halle: Vier Indoor-Plätze soll sie bieten, dazu weitere vier auf dem Dach. «Wir haben grossen Rückenwind von den Behörden», heisst es. Zudem habe das generelle Baubegehren gezeigt, dass die Halle wie vorgeschlagen bewilligungsfähig wäre.