Ein Klick im Internet, und schon ist das Buch bestellt. Viel schneller und einfacher gehts kaum. Was dabei jedoch verloren geht, ist die individuelle Beratung von Leuten, denen Bücher wirklich am Herzen liegen. Genau dies will der neu gegründete Verein «buy-local Schweiz» wieder fördern. Das Projekt ist ein Zusammenschluss von sieben lokalen Geschäften, namentlich «die Buchhandlung» (Reinach), «Buchladen Rapunzel» (Liestal), «Bücher Ganzoni», «Bücherwurm», «Living Room», «Bücher & Antiquariat» und «Purpur» (alle Basel).

Ziel dieses Projektes ist es, den Leuten in Erinnerung zur rufen, dass es wichtig ist, wo man einkauft, wie Isabelle Hof von der Buchhandlung Ganzoni erklärt. «Unsere Läden bieten nicht das 0815-Programm, welches man bei den grossen Ketten in jedem Land bekommt. Wir haben viel mehr, und das wollen wir den Kunden bewusst machen.» Die Idee kommt aus dem Buchhandel in den USA. «Dort kämpfen Buchhandlungen mit denselben Problemen wie die kleinen Lädeli hier», sagt Hof.

Die Hauptprobleme sind die steigenden Mieten, der Online-Handel und der tiefe Eurokurs, der viele Käufer ins grenznahe Ausland lockt, um dort einzukaufen. Hof: «Dabei sollte das Geld doch in der Region bleiben.»

In Amerika ist das Projekt sehr erfolgreich, daher wurde oft darüber geschrieben. «Dadurch hatten wir die nötige Informationsgrundlage, konnten Ideen sammeln und haben gewusst, wie das Ganze funktionieren könnte», erklärt Hof.

«Rennen offene Türen ein»

Und auch das hiesige Projekt stösst auf grosses Interesse: «Wir waren uns zu Beginn nicht sicher, ob Interesse vorhanden ist. Jetzt haben wir gemerkt, dass wir offene Türen einrennen», sagt Hof. Die Vereinsmitglieder seien positiv überrascht über so viel wohlwollende Resonanz. Inzwischen wurden sie von Geschäften aus der ganzen Schweiz angefragt.» Und genau das will «buy-local» – eine Ausweitung auf die ganze Schweiz.

Überall kämpfen kleine, persönlich geführte Läden ums Überleben, daher überrascht die Begeisterung nicht wirklich. «Es geht allen gleich, egal, was sie verkaufen», sagt Hof. So haben sich dem Verein nicht nur Bücherläden angeschlossen, sondern mit «Purpur» und «Living Room» auch zwei Interieur-Geschäfte.

«Pep + No Name» fehlt das Geld

Einer, der diese Problematik kennt, ist Tobias Toggweiler von der Buchhandlung «Pep + No Name», die am Unteren Heuberg zu Hause ist. Seit 16 Jahren führt Toggweiler sein Lädeli. Doch jetzt muss er wohl ein neues Zuhause suchen. Grund dafür ist, dass die Räumlichkeiten zu teuer geworden sind. «Die Umsätze haben sich in den letzten vier bis fünf Jahren mehr als halbiert, sind von einer Viertelmillion auf zirka 100 000 Franken eingebrochen», erklärt er.

Hinzu kommt, dass sich die Nebenkosten laut Toggweiler versechsfacht haben. «Das ist, als ob man plötzlich zwei Mieten zahlen müsste. Das kann rechnerisch einfach nicht mehr funktionieren. Ich bin schon lange am Kämpfen.» Unterstützung von der Liegenschaftsverwaltung und dem Kanton bekomme er nicht: «Beide zeigen sich überhaupt nicht kooperativ.» Die Hoffnung hat Toggweiler noch nicht aufgegeben: «Ich bin intensiv am Suchen und Abklären. Ich muss einfach etwas Bezahlbares finden» Aufhören ist für ihn keine Option. Es ist auch nicht so, dass er schlaflose Nächte habe. «Aber die werden bestimmt noch kommen …»