Baupläne

Genossenschaften auf dem Schorenareal stehen bereits - Was ist mit Feld B?

Das Schorenareal bringt offene Fragen für die Zukunft.

Das Schorenareal bringt offene Fragen für die Zukunft.

Auf dem Schorenareal können die ersten Bewohner zukünftig einziehen. Beim zweiten Projekt auf diesem Baufeld kann es allerdings noch eine Weile dauern.

Auf dem Schorenareal entsteht ein neues Quartier. Beinahe fertig gebaut sind die Schorenstadt-Häuser und Wohnungen von Implenia auf dem Baufeld A: 43 Stadthäuser und 22 Eigentumswohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern. Die ersten Bewohner ziehen Mitte November ein. Auf dem zweiten der drei Baufelder sollten ebenfalls bald die Bagger auffahren: Bis ins Jahr 2016 wird dort der Kanton auf dem Baufeld B für 23 Millionen Franken ein neues Primarschulhaus errichten. Beim zweiten Projekt auf diesem Baufeld wird es allerdings noch eine Weile dauern, bis es umgesetzt wird: den rund 80 Genossenschaftswohnungen, die der Wohnbaugenossenschaftsverband Nordwest (WGN) im Baurecht auf der Parzelle der Stadt bauen will.

Wettbewerb kommt 2015

Noch vor den Sommerferien 2013 hätte eigentlich der Projektwettbewerb für die Wohn-Bebauung gestartet werden sollen. Entstehen werden grösstenteils Familienwohnungen im mittleren Preissegment und Räume, die vom Quartier genutzt werden können. Heute, mehr als ein Jahr später, sagt Martin Huber, Bereichsleiter beim WGN: «Wir haben vor, den Wettbewerb früh im 2015 zu starten.» Das heisst: Vor 2017 ist ein Baustart sehr unwahrscheinlich. Das ärgert das Stadtteilsekretariat Kleinbasel. Dort gehen viele Anfragen der künftigen Bewohner der Schorenstadt ein: «Die Leute hätten gerne einen Quartiersaal. Aber der wird nicht da sein, wenn sie einziehen», sagt Theres Wernli. Sie bedauert, dass der WGN bisher nicht kommuniziert habe, wie es weitergeht.

Für die «Terminverschiebung» nennt Huber vor allem einen Grund: «Wir haben einige Projekte auf dem Schlitten und mussten Prioritäten setzen.» Für eines der anderen Projekte – in Riehen am Kohlistieg – wird bald das Baugesuch eingereicht. Für das Zweite, in Reinach, rechnet Huber bald mit der Genehmigung des Bebauungsplanes.

Somit hat der WGN ein Problem, das viele Genossenschaften kennen: Die Kapazität fehlt. Und dies, obwohl der WGN im Gegensatz zu anderen als grosse Genossenschaft professionell organisiert ist, inklusive eigener Geschäftsstelle. Dies wiederum steht in hartem Kontrast zum Ruf nach mehr genossenschaftlichem Wohnraum, dem auch der Kanton mit dem neuen Wohnraumfördergesetz (WRFG) Schub verpassen will: Wie sollen mehr Genossenschaften bauen, wenn die Manpower fehlt und sich dann die Projekte verzögern? Eine Professionalisierung der Strukturen, also zum Beispiel im Bereich der Administration und der Buchhaltung, sei nur bedingt eine Lösung, sagt Jörg Vitelli, Präsident des Regionalverbands der Wohnbaugenossenschaften Nordwestschweiz (WBG) und SP-Grossrat: «Auch Einsprachen und andere externe Faktoren können den Bau verzögern.» Dennoch sind professionelle Strukturen ein Teil der Bedingungen, damit Genossenschaften künftig Beiträge vom Kanton erhalten oder mit ihm einen Baurechtsvertrag plus abschliessen können.

Laut Vitelli sind mehrere Basler Genossenschaften dabei, eine Zusammenarbeit oder gar Fusionen zu prüfen. Doch das ist offenbar ein eher langfristiges Geschehen: «Man kann das nicht von oben diktieren. Bei einigen geht’s erst, wenn es eben nicht mehr geht», sagt Vitelli.

Offene Fragen für die Zukunft

Das Beispiel Schorenareal wirft aber noch eine andere Frage auf: Was geschieht, wenn eine Genossenschaft eine Fläche im Baurecht zugesichert erhalten hat – im Fall des Schoren-Baufelds ist noch kein Vertrag unterschrieben, aber eine verbindliche Absichtserklärung – sich aber der Bau verzögert? «Dazu kann ich nichts sagen», sagt Barbara Neidhart, Sprecherin von Immobilien Basel-Stadt. Es sei jedenfalls nicht die Idee, Areale zu blockieren. «Laut Vertrag sind die Genossenschaften angehalten, zügig vorwärts zu machen.» Und zum Fall Schorenareal sagt sie: «Es ist, wie es ist.»

Die Planung für das dritte Baufeld im Gebiet Schoren steht übrigens noch am Anfang. Auf dem Baufeld C, heute ein grosser Parkplatz, sollen zwei Hochhäuser mit 17 und 19 Geschossen zu stehen kommen.

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