Basler Genusswoche

Genuss mit Zurückhaltung: Die grossen Massen könnten ausbleiben

Menschenaufläufe wie zur Eröffnung vor einem Jahr auf dem Marktplatz wird es an der Genusswoche 2020 nicht geben.

Menschenaufläufe wie zur Eröffnung vor einem Jahr auf dem Marktplatz wird es an der Genusswoche 2020 nicht geben.

Am Donnerstag startet die zweite Basler Genusswoche – es gibt noch viele freie Plätze bei Führungen und Kursen.

Zehn Tage lang steht Basel ganz im Zeichen der lokalen Spezialitäten und lukullischen Highlights: Die Basler Genusswoche startet am 17. September ihre zweite Ausgabe. Restaurants, Produzenten und Gastrounternehmer bieten in mehr oder weniger kreativem Rahmen ihre Spezialitäten gratis oder zu günstigen Preisen an und geben Einblick hinter die Kulissen und in ihr Handwerk. Allerdings unter ganz anderen Vorzeichen als noch 2019.

Das grassierende Coronavirus lässt Menschenaufläufe wie während der Eröffnung auf dem Marktplatz im vergangenen Jahr nicht zu. Nicht weiter tragisch, meint Daniel Nussbaumer, Projektleiter der Genusswoche Basel: «Es handelt sich hier ja primär nicht um eine Grossveranstaltung mit riesigen Menschenaufläufen, sondern wir bieten viele kleine Events an mit manchmal weniger als zehn Teilnehmern an. Das macht es einfacher. Auch, weil die meisten Angebotspartner Restaurants sind und damit längst ein Schutzkonzept ausgearbeitet haben.»

Kinderwettbewerb fehlt es an Teilnehmern

Nussbaumer betont, dass bei jedem Angebot während der Genusswoche die geltenden Schutzmassnahmen eingehalten würden. Gerade auch am Genussfestival in der Markthalle, das am 19. September von 10 bis 16 Uhr über die Bühne geht: «Selbstverständlich halten wir uns an die Empfehlungen des Gesundheitsdepartements. Es besteht Maskenpflicht», so der umtriebige Genusswoche-Chef weiter. Er schwärmt, dass viele Angebote bereits fast oder ganz ausgebucht seien: «Ich habe bis jetzt von den meisten Anbietern diesbezüglich positive Rückmeldungen erhalten.»

Eine Nachfrage der bz ergibt einen nicht ganz so euphorischen Eindruck, so etwa bei der Brauerei Fischerstube. Sie bietet in der aktuellen Ausgabe der Genusswoche einen «sinnlichen Hefe-Crashkurs mit kulinarischer Begleitung» an, mit Biersommelier sowie Häppchen aus dem Restaurant. Das Interesse am Kurs sei verhalten, sagt ein Sprecher auf Anfrage: «Wir verzeichnen lediglich vier Buchungen mit jeweils mehreren Personen.» Geplant sei gewesen, drei Kurse an verschiedenen Daten anzubieten. «Nun finden lediglich zwei Events statt, am 17. und am 23. September.» Der Sprecher führt das verhaltene Interesse unter anderem auf Corona zurück: «Wir verzeichnen, mal abgesehen von der Genusswoche, auch deutlich weniger Interesse an Brauereiführungen, wenngleich die Buchungen hier wieder langsam, aber stetig zunehmen.»

Wenig Interesse bei Confiseuren

Auch vonseiten so mancher Anbieter scheint das Interesse, sich für die Genusswoche ins Zeugs zu legen, gering. Am neuen Wettbewerb «Spezialität des Jahres» etwa, in dem eine Kinderjury das beste Gebäck der Region kürt, nehmen nach Informationen der bz gerade mal sechs Confiseure teil. Aus dem Umfeld der Organisatoren – dem regionalen Bäcker-Branchenverband sowie dem Kinderbüro Basel – heisst es, man habe mit mehr Mitstreitern gerechnet. Allerdings sei man sich bewusst, dass ein neues Format wie die Genusswoche Zeit brauche, bis es etabliert sei.

Schon jetzt von der Genusswoche begeistert zeigt sich Andreas Kuster, Mitinhaber des Basler Traditionsunternehmens Jakob’s Basler Leckerly. Die gestrige Manufakturführung sei ausgebucht gewesen, heute habe es noch wenige freie Plätze, sagt er: «Ich finde die Genusswoche eine super Plattform, um sein Angebot zu präsentieren.» Kuster fügt aber hinzu, dass Corona eine Herausforderung sei. «Ein Teil unserer Veranstaltung findet deshalb draussen statt, drinnen besteht neben den üblichen Hygienemassnahmen Maskenpflicht.»

Das detaillierte Programm unter www.genusswochebasel.ch

Meistgesehen

Artboard 1