Online-Stadtplan

«GeoViewer» zeigt, wie lärmig Basel ist

Aussicht über Basel und den Roche-Turm.

Aussicht über Basel und den Roche-Turm.

«GeoViewer» ist fast wie Google Maps. Der Online-Stadtplan der kantonalen Behörden hat zwar keinen Routenplaner, verfügt dafür über eine Menge Daten zu Basel.

Der kantonale Online-Stadtplan «GeoViewer» ist gewachsen. «Wenn man alle 43 Themenkarten des Plans ausdrucken würde, hätte der Druck ein Gewicht von 12,1 Kilogramm», sagte Adrian Moser, Abteilungsleiter «Geoinformation», an der Medienkonferenz.

Das Amt habe in den vergangenen Jahren den Stadtplan vergrössert und ihm viele Daten beigefügt. Unter den Themenkarten befindet sich auch der «Strassenlärmkataster». Er zeigt vereinzelte Lärmmessungen in den Strassen Basels. Klar wird, dass Basel lärmig ist. Vor allem in der Nacht: Praktisch alle Strassen werden von roten Punkten dominiert. In der Feldbergstrasse im Matthäus-Quartier überhäufen sie sich beinahe.

Der rote Punkt steht für die Überschreitung des «Immissionsgrenzwertes». Dieser Wert legt die Schwelle fest, ab welcher der Lärm die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich stört. Am Tag lassen sich etwa zehn Strassen ausfindig machen, die diesen Wert überschreiten.

Lärm stört Patienten

Gerade beim Universitätsspital und beim Felix-Platter-Spital gibt es einige rote Punkte, am Tag wie auch in der Nacht. «Seit Mai hat unser Qualitätsmanagement sieben Reklamationen von Patienten wegen Baustellenlärm entgegengenommen», sagt Martin Jordan, Mediensprecher des Universitätsspitals. Im und um das Unispital würden Renovationsarbeiten laufen. Mitarbeiter können das bestätigen: «Der Lärm hier ist brutal laut. Auf einer Station besonders, weil im Stockwerk darüber umgebaut wird.» Nach Angaben des Felix-Platter-Spitals seien keine Reklamationen von Patienten eingegangen.

Das Amt für Umwelt und Energie berechnet den Strassenlärmkataster. Matthias Nabholz, Leiter des Amtes, nennt die nötigen Massnahmen, um Wohnungen in den Strassen mit roten Punkten zu schützen: «Primär müssen Lärmschutzmassnahmen an der Quelle getroffen werden, wie zum Beispiel der Einbau von Flüsterbelägen oder Temposenkungen.» Reicht das nicht aus, würden Schritte wie der Einbau von Lärmschutzfenstern eingeleitet. Bis 2018 müssten in der ganzen Schweiz entsprechende Massnahmen umgesetzt werden. Laut Nabholz ist Basel auf gutem Weg.

Die Behörden wissen fast alles

«GeoViewer» zeigt auch, dass sich die Wohnblöcke mit dem höchsten Reineinkommen und Reinvermögen in Riehen und im St. Alban-Quartier befinden. Den Senioren-, Ausländer- und Jugendlichenanteil der Wohnblöcke kennt der Stadtplan ebenfalls. Zudem gibt er Auskunft über die Eigentumsverhältnisse und Basels Potenzial für Solaranlagen, hat historische Kartenwerke im Angebot und beinhaltet zahlreiche Verkehrszähldaten der Stadt.

GeoViewer gibt es als App oder im Web: www.stadtplan.bs.ch/geoviewer/

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