Das Postgebäude über den Geleisen am Bahnhof SBB kommt weg. Soviel ist schon länger klar. Der liebevoll als «Rostbalken» oder auch «Rosthaufen» bezeichnete Reiter soll modernen Bürogebäuden weichen. Ausserdem soll die alte, sogenannte «Gundelipassarelle» durch einen neuen Gleisübergang ersetzt werden. Auf der Projekt-Homepage schreiben die SBB: «Anstelle einer Sanierung planen Post und SBB eine hochwertige Überbauung, welche die Quartiere miteinander verbindet und den Zugang zu den Geleisen optimiert.»

Genau hier beginnen für Grossrat Oswald Inglin (CVP) die Fragen. «Wie wird diese Verbindung aussehen, gibt es auch einen Veloübergang? Aber vor allem, wie werden diese neuen Verkehrswege vor und hinter der Passerelle abgenommen?»

Inglin befürchtet, es werde hier von der Post einfach bis zum Ende ihres Geländes geplant und wie es dahinter weitergehe, das interessiere niemanden mehr. Er habe immer wieder versucht, von den Zuständigen Auskunft zu erhalten. Aber selbst an einer Veranstaltung zur Information auserwählter Interessensvertreter seien die Antworten der Post «sehr vage» geblieben.

Auch das Basler Bau- und Verkehrsdepartement nimmt Inglin in die Pflicht. Er habe die Befürchtung, dass «wieder einmal nur zugeschaut werde und man so eine Chance verpasse».

Denn sehe man sich den Perimeter an, so sei es einer, in dem viele Probleme ihrer Lösung harrten. Beim Abgang zum Gundeli hin etwa könnte man die alte Forderung nach einem Busbahnhof neu überdenken. Und vielleicht noch ein paar der dort dringend notwendigen Veloabstellplätze unterbringen.

Auf der anderen Seite plant die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gerade, ihr Gelände umzugestalten. Und auf der anderen Seite der Nauenstrasse baut die «Baloise» ihren Park.

Die Post will weiter keine Stellung nehmen zum Vorhaben und verweist darauf, dass sie Anfang 2018 die öffentliche Planauflage machen werde. «Das nützt aber nichts», sagt Inglin, «dann könnte man höchstens eine Einsprache machen, aber nicht mehr inhaltlich diskutieren».