Michael Wüthrich wusste, dass er sich mit der Forderung nach einer Hundeleinenpflicht in der Langen Erlen während der Brut- und Setzzeit von April bis Juni nicht nur Freunde machen würde.

Doch damit hat der Basler Grünen-Politiker offensichtlich nicht gerechnet: «Ich bin ja mittlerweile einiges an Anfeindungen gewohnt ...», kommentierte Wüthrich am Sonntag auf Facebook. Unbekannte haben seinen Vorgarten und Fenstersims mit Hundekot übersät. Tulpen und Narzissen in einem Beet wurden ausgerissen. «Geschmacklos!», findet Wüthrich.

Der Facebook-Post Wüthrichs fand Beachtung unter Basler Politikern – und Wüthrich erhielt Solidaritätsbekundungen. So kommentierte auch SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels: «Einer Demokratie nicht würdig. Habe schon Ähnliches erlebt. Gut, dass Du diese Schweinerei öffentlich machst!». Wessels sieht sich als Baudirektor regelmässig kritischen Schlagzeilen ausgesetzt, doch dies überschreitet den Horizont politischer Anfeindungen.

Anti-Zwang-Petition hatte Erfolg

Der Basler Grosse Rat war bereits vor rund einem Jahr der Forderung Wüthrichs gefolgt und hatte einen Leinenzwang beschlossen. Nachdem aber rund 10'000 Unterschriften für eine Petition gegen den Leinenzwang gesammelt worden waren, hat die Regierung vergangene Woche mitgeteilt, auf die Pflicht zu verzichten.

Es gebe keine Fakten, dass das Wild durch freilaufende Hunde besonders gefährdet sei, wird argumentiert. Immerhin nähmen die Wildbestände in der Langen Erlen weiter zu. Das deute darauf hin, dass das Nebeneinander funktioniere.