Es geschah in einem Tattoo- und Piercingstudio an der Feldbergstrasse: Vor zehn Monaten schoss der heute 24-jährige Angolaner einer jungen Frau ins Gesicht. Gestern wurde der Mann vom Basler Strafgericht für diese und eine weiter zurück liegende Gewalttat zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte auf 14 Jahre plädiert.

Persönlichkeitsstörung

Allerdings wird der Verurteilte aus der Sicherheitshaft nicht in den Strafvollzug geschickt, sondern direkt in die psychiatrische Klinik: Das Gericht hat eine stationäre psychiatrische Behandlung angeordnet. Ein Gutachter diagnostizierte eine dissoziale Persönlichkeitsstörung: Das Krankheitsbild zeichnet sich durch Verantwortungslosigkeit und missachten von Regeln und Verpflichtungen, fehlendes Schuldbewusstsein, ein geringes Einfühlungsvermögen sowie eine niedrige Schwelle für aggressives oder gewalttätiges Verhalten aus. Früher wurde diese Störung Psychopathie genannt. Das Urteil verpflichtet den Mann, seinem Opfer 1900 Franken Schadenersatz für die Behandlungskosten sowie 20 000 Genugtuung zu zahlen.

Skrupellose Tat

Der Verurteilte habe äusserst skrupellos gehandelt, begründete die Gerichtsvorsitzende Katharina Giovannone, er habe aus einem verwerflichen Grund geschossen: „Sie haben die Schmach und die Aggression einer Auseinandersetzung vom Vortag, bei der sie ein blaues Auge davon getragen haben, an einem unbeteiligten Opfer entladen." Das Opfer hatte einen frechen Spruch gemacht - für den Angeklagten Grund genug, ihr ins Gesicht zu schiessen.