«Dumme Bueb, komm sofort zu mir auf den Balkon», keift Catherine Merian Staehelin ihren Sohn an. Beni hat es nicht einfach im Leben. Er steht als 50-Jähriger immer noch unter der Knute seiner Mutter. Sie thront auf dem Balkon und blickt auf das Drummeli-Publikum, das im Parkett Platz genommen hat, hinunter. Beni möchte während der Show lieber bei ihnen sitzen. Aber nichts da: «Dort unten ist das reiche Pack. Von oben können wir auf sie hinunter schauen.» Da nützt auch Benis Argument, sie seien ja auch reich, nichts.

Mit diesem «Raamestiggli» wird das Publikum in das Drummeli hineingezogen. Die Szene spielt auf dem Balkon im Musical Theater. Es wird allerdings nicht der einzige Auftritt von Mutter und Sohn sein. Die zwei werden mehrmals in diese Rollen steigen und Auseinandersetzungen ausfechten, erklärt Bettina Dieterle.

Die Regisseurin steckt derzeit mit ihrem sechsköpfigen Ensemble in den finalen Proben vor der Premiere. Gleichzeitig fühle sie Wehmut. «Im Juni haben wir intensiv mit den Arbeiten begonnen und in drei Wochen ist alles wieder vorbei», lacht sie.

Marco Fritsche kommt auf Besuch

Einer der Höhepunkte ist wohl das Stück «Waggis, ledig, suecht». Moderator Marco Fritsche - der auf dem TV-Sender «3+» durch die Sendung «Bauer, ledig, sucht» führt, kommt nach Basel. Er möchte Waggis René helfen, einen Schatz fürs Leben zu finden. Dies tut er aber nicht auf der Bühne, erklärt Dieterle. «Wir haben einen Film aufgenommen, der an der Vorstellung gezeigt wird.»

Der Drummeli-Verantwortliche Adrian Kunz erklärt das Konzept der diesjährigen Ausgabe: «Die Schauspieler greifen in den «Raamestiggli» Themen auf, bringen diese aber nicht zu einem Ende. Sie werden später weitergeführt und gelöst.» Überhaupt sind die Stücke ineinander verflochten, sagt Dieterle. «Alle Teilnehmer spielen miteinander. Einmal tritt das Ensemble mit einer Gugge auf, einmal betreten Tambouren während eines ‹Raamestiggli› die Bühne und auch die ‹Schnitzelbängg› sind in die Szenen eingebunden.» So entstehe ein kurzweiliges Programm.

Ein Auszug davon lässt durchblicken, dass der Abend abwechslungsreich wird: Eine Passantin sucht auf dem Barfi verzweifelt ein Taxi, das sie zum Bahnhof bringt. Man rät ihr, das Tram zu nehmen. Das steht aber im Stau. «Tatütattoo» spielt auf Anita Lachenmeier an, die das Basel Tattoo von der Kaserne verbannen will, und auf einem der Balkone fragen sich ein Städter und ein Ländler, ob die Fusion sinnvoll ist. Und dabei kriegen sie mächtig Zoff.

2. bis 8. Februar. Musical Theater Basel, www.fasnachts-comite.ch