«Die Bäume blühen überall,
die Blumen blühen wieder,
und wieder singt die Nachtigall,
nun ihre alten Lieder.»

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben hatte gut dichten, offenbar litt er nicht an Heuschnupfen. Doch durch die wenig poetischen Büroflure hallt es derzeit wieder im Sekundentakt: «Gesundheit!» Kaum ist die Grippesaison einigermassen überstanden niest und schneuzt es wieder an allen Ecken, denn der Heuschnupfen schlägt gerade mächtig zu.

Regula Gehrig Bichsel, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei «Meteo Schweiz», und dort zuständig für Klimafragen sagt dazu: «Wir befinden uns in der ganzen Schweiz in der Hauptblütezeit von Birken und Eschen, ihre Pollenkonzentrationen sind sehr stark.»

Und weiter: «Die Birkenpollen sind im Frühling die Hauptauslöser von Heuschnupfen und lösen bei einem Teil der Allergikerinnen und Allergiker auch Asthma aus.»

Für die Birke überlebenswichtig, für Allergiker unter Umständen sogar gefährlich: Birkenpollen.

Da stäubt der Pollen aus der Birkenblüte.

Für die Birke überlebenswichtig, für Allergiker unter Umständen sogar gefährlich: Birkenpollen.

Birken und Eschen

Sieht man sich den Pollenflugkalender an, stellt man fest, in Basel hat die Birkenpollensaison am 5. April begonnen und die Eschenpollensaison nur einen Tag davor, also am 4. April. Die Konzentrationen bewegen sich seit dem zweiten Aprilwochenende im Bereich zwischen «hoch» und «sehr hoch». «Der Grund dafür waren ideale Wetterbedingungen für den Pollenflug: hohe Temperaturen, Sonne und kein Niederschlag», sagt Gehrig Bichsel.

Aber es liege nicht nur an den beiden Bäumen, sondern auch ein weiterer der allergenen Blüher ist aktiv: «Die Gesamtpollenmenge der Hasel war deutlich höher als im Mittel. Besonders stark war sie während den milden Tagen Ende Januar. Aber auch im März wurden nochmals starke Haselpollenbelastungen erreicht.»

Die Blüte von Birken und Eschen geht im übrigen noch weiter. Normalerweise dauert ihre Pollensaison laut «Allergie Schweiz» zwischen 14 Tagen und drei Wochen. Die Birke ist gleich mehrfach problematisch. Zum einen blüht sie im Zweijahresrhythmus stärker und 2018 ist ein intensives Jahr. Sie wird in Siedlungsgebieten besonders gerne angepflanzt Und ihre Pollen lösen nicht nur laufende Nasen aus, sie können auch zu Asthma führen.

Gehrig Bichsel spricht von einer «bisher starken» Pollensaison. Und sie könne auch keine Entwarnung geben. Allerdings, das Wetter spielt eine entscheidende Rolle: «Je trockener und sonniger es ist, umso besser werden die Pollen freigesetzt und umso länger halten sie sich in der Luft.» Die Wetterprognose für die kommenden Tage, mit viel Sonne und wenig Niederschlag ist also für Allergiker alles andere als eine gute.

Der Haupttipp für Allergiker: Setzt euch den Pollen nicht aus. Allerdings sagt Gehrig: «Im Raum Basel gibt es leider keine Zonen, wo man den Pollen entfliehen könnte. Um Birken- und Eschenpollen zu entfliehen, müsste man in die Berge.» Am «sichersten» sind Höhenlagen oberhalb von etwa 1500 Meter über Meer.