Basler Fasnacht

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger: «Alle, die sich krank fühlen, sollten der Fasnacht fern bleiben»

Stand jetzt gibt es in Basel noch keinen bestätigten Corona-Virus-Fall.

Stand jetzt gibt es in Basel noch keinen bestätigten Corona-Virus-Fall.

Die drey scheenschte Dääg sollen laut Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger stattfinden. Mit Vorbehalt. Die bz hat die drängendsten Fragen gestellt.

Das Corona-Virus ist in Europa auf dem Vormarsch, der erste Fall in der Schweiz bestätigt. Am Montag startet die Basler Fasnacht, was mit einem grossen Menschenauflauf einhergeht. Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger sagte am Montag der bz, nach jetzigem Kenntnisstand sei keine Absage der Fasnacht geplant.

Der Karneval in Venedig findet nicht statt. Unter welchen Bedingungen müsste die Basler Fasnacht abgesagt werden?

Laut Engelberger – er steht in enger Absprache mit Kantonsarzt Thomas Steffen und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) – müsste die Fasnacht erst abgesagt werden, wenn eine grössere Anzahl an unklaren Neuinfektionen in der Region auftreten würde. Einzelne Infizierte würden keinen Grund für eine Absage darstellen, da sie im Unispital isoliert behandelt und untersucht werden könnten. «Derzeit gibt es in Basel – Stand Dienstag, 16 Uhr  – keinen bestätigten Fall», so Engelberger.

Wann wird definitiv entschieden, ob die Basler Fasnacht stattfindet?

Das Gesundheitsdepartement hat für Ende dieser Woche eine entsprechende Information der Medien angekündigt; man überwache und beobachte die Lage bis dahin in laufendem Austausch mit dem BAG. Dieser Entscheid ist dann fix – laut Engelberger wäre eine kurzfristige Absage am Sonntag «nicht mehr praktikabel».

Wer hat die Kompetenz zu entscheiden, ob die Fasnacht nun stattfindet?

Auf kantonaler Ebene kann Engelberger Massnahmen durchsetzen. «Ich würde gegebenenfalls einen dringlichen Antrag beim Gesamtregierungsrat stellen», sagt er dazu. Wenn allerdings das BAG entscheidet, dass schweizweit alle Grossanveranstaltungen abgesagt werden, hat dieser Entscheid Gültigkeit.

Wer sollte die Fasnacht trotz Durchführung nicht besuchen?

Engelberger rät älteren, aus verschiedenen Gründen geschwächten Personen, davon ab. «Und allgemein all jenen, die sich schlecht oder krank fühlen.» Dann solle man sich ohnehin so rasch als möglich telefonisch mit dem Hausarzt in Verbindung setzen.

Steht das Gesundheitsdepartement in Kontakt mit dem Fasnachtscomité?

Es haben digitale Kontaktaufnahmen stattgefunden, bestätigen beide Seiten. Pia Inderbitzin, Obfrau der Basler Fasnacht, sagt dazu: «Grundsätzlich steht die Gesundheit der Fasnächtler und der Besucher an erster Stelle. Wir vertrauen den Behörden und werden jeden Entscheid respektieren.»

Wie wird sich das in Europa grassierende Coronavirus auf das Zuschaueraufkommen auswirken?

Sie könne gut verstehen, dass die Leute vor dem Virus Angst haben, sagt Inderbitzin. «Es ist auch ein Thema unter den Cliquen und Guggen. Ob Besucher aus dem In- und Ausland sich davon abhalten lassen, die Fasnacht zu besuchen, ist schwer einzuschätzen.» Tourismusdirektor Daniel Egloff vermeldet derweil auf Anfrage, dass die Hotels in Basel bis dato keine Stornierungen oder verunsicherte Anfragen von Gästen erhalten haben.

Wurde die Basler Fasnacht schon mal abgesagt?

Ja. Wie schon während des Ersten Weltkriegs verbot die Regierung die Strassenfasnacht auch im Zweiten Weltkrieg. Während die Spanische Grippe 1920 in Europa wütete, wurde sie indes nicht abgesagt, sondern lediglich um vier Wochen verschoben. Diese Option steht laut Engelberger derzeit «überhaupt nicht zur Diskussion».

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