Gewaltserie
Gewaltserie in Basel: So können Sie sich trotzdem noch sicher fühlen

Zur Zeit herrscht bei der Basler Bevölkerung grosse Verunsicherung. Meldungen über Sexualdelikte und Raubüberfälle scheinen in der Stadt zur Gewohnheit zu werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich vor Übergriffen schützen können.

Adrian Gottwald
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Wer richtig reagiert, kann solche Situationen vermeiden.

Wer richtig reagiert, kann solche Situationen vermeiden.

Keystone

Am Pfingstwochenende war in Basel die Hölle los: Massenschlägerei am Bahnhof SBB, Schussabgabe auf einen Asylbewerber, Auseinandersetzung mit Stichwaffen im Männerheim in der Rheingasse. Dazu kam es in der Nacht auf Mittwoch zum dritten Sexualdelikt innerhalb von zehn Tagen (die bz berichtete).

Viele Baslerinnen und Basler fragen sich, ob sie sich überhaupt noch ohne Bedenken vor die Haustür wagen können.

René Gsell, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft, sagt: «Wenn man gewisse Verhaltensregeln beachtet, kann man sich fast überall in der Stadt sorglos umherbewegen.»

Kannenfeld- und Schützenmattpark meiden

Doch auch er sieht die Problematik der jüngsten Ereignisse und versteht die Bedenken der Bevölkerung:

Sieht idyllisch aus, ist in der Nacht aber gefährlich: Der Schützenmattpark

Sieht idyllisch aus, ist in der Nacht aber gefährlich: Der Schützenmattpark

Kenneth Nars

Statt sich jedoch in der Wohnung zu verschanzen, solle man sich lieber auf entsprechende Situationen vorbereiten. Das beste Mittel um Angreifer zu verscheuchen, sei sich bemerkbar zu machen.

Taschenalarm am effektivsten

Dies kann mit lautem Schreien geschehen, oder noch besser mit dem sogenannten «Mobilalarm», einem kleinen Taschenalarm, welches durch Ziehen des integrierten Steckers einen schrillen Alarmton auslöst. «Die Angreifer fürchten sich vor Lärm und werden rasch das Weite suchen, weshalb ein solches Gerät sehr sinnvoll ist», rät Gsell.

Der Einsatz mit Pfefferspray sei zwar eine Option, wenn auch eine zwiespältige. «Zum einen ist ein kleiner Teil der Menschen immun gegen den Spray, zum anderen ist die Ladung unkontrollierbar und oft leidet man danach selbst unter den Folgen.»

Ansonsten sei es vor allem wichtig, nicht auf Provokationen einzugehen: «Man soll immer den gesunden Menschenverstand walten lassen und verbale Angriffe ignorieren», so Gsell.

Wichtig sei auch, sich an einsamen Orten gar nicht erst auf ein Gespräch mit einer unbekannten Person einzulassen.

Leicht mehr Sexualdelikte

Neben Gewaltverbrechen waren es in letzter Zeit vor allem sexuelle Belästigungen, die für Aufruhr sorgten. Seit dem 1. Januar 2012 wurden im Kanton Basel-Stadt 14 Sexualdelikte kommuniziert. Das ist im Vergleich zu den 12 Delikten zur selben Zeit im Vorjahr eine Steigerung von knapp 15 Prozent.

René Gsell will nichts von voreiligen Statistiken wissen. «Für 2012 lassen sich noch keine Aussagen machen. Delikthandlungen können erst nach einer längeren Zeit verbindlich beurteilt werden», so der Mediensprecher. «Es ist unseriös, auf Grund von aktuellen Zahlen aufs ganze Jahr zu schliessen».