Nein, Nein und nochmals Nein. Die Basler Stimmbevölkerung will nichts wissen von längeren Ladenöffnungszeiten. Bereits 1976, 1987, 2002 und zuletzt 2013 hat der Souverän Begehren in Richtung Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten abgelehnt. Insofern ist die deutliche Abfuhr keine Überraschung.

Angesichts der Gesamtentwicklung ist das Resultat dennoch erstaunlich.
Der Einkaufstourismus und gerade der Onlinehandel setzen das Basler Gewerbe immer stärker unter Druck. Das anhaltende Ladensterben in der Innenstadt ist ein deutliches Zeichen für diesen Verdrängungskampf. Eine Liberalisierung wäre zumindest ein Mittel, dem entgegenzuwirken. Kommt hinzu: Längere Öffnungszeiten wären eigentlich im Interesse der Konsumenten, welche die grosse Mehrheit des Stimmvolks ausmachen. Diese haben sich dennoch dagegen entschieden. Einmal mehr hat Basel damit sein grosses soziales Herz bewiesen.

Dem Basler Gewerbe aber nützt das wenig; es bleibt dem harten Konkurrenzkampf ausgeliefert. Eine Gesamtstrategie ist dabei kaum zu erkennen. Das Resultat ist denn gerade auch für den Gewerbeverband als Niederlage zu werten. Neben der LysbüchelVorlage bereits die zweite an diesem Abstimmungswochenende. Doch auch das erstaunt wenig. Der Verband hat in den vergangenen Jahren Niederlage an Niederlage gereiht. Dass er das jetzige Resultat lediglich noch mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nimmt, ist ebenfalls kein Zeichen der Stärke. Gerade beim Gewerbeverband wäre es nötig, einmal dringend grundsätzlich über die Bücher zu gehen.

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