Lysbüchel-Areal
Gewerbeverband: «Wohnungen der SBB wären ein Spaltpilz»

Der baselstädtische Gewerbeverband und die Handelskammer beider Basel lehnen Wohnungen im Lysbüchel-Areal bei der Elsässer Grenze ab. Der Kanton hat 2013 Coop einen Teil des Areals abgekauft mit dem Ziel einer künftig gemischten Nutzung. Auch die SBB planen Wohnungen.

Andreas Fahrländer
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Gabriel Barell bricht eine Lanze fürs Gewerbe auf dem Lysbüchel.

Gabriel Barell bricht eine Lanze fürs Gewerbe auf dem Lysbüchel.

Nicole Nars-Zimmer

So oder so steht das Gebiet Lysbüchel vor grossen Umwälzungen. Auf dem Grundstück an den Bahngleisen nahe der Grenze nach Saint-Louis wollen die SBB Wohnungen bauen. Der Gewerbeverband Basel-Stadt und die Handelskammer beider Basel wehren sich dagegen. Das Lysbüchel ist bis heute geprägt von Gewerbebetrieben. Gabriel Barell, Direktor des Gewerbeverbands Basel-Stadt, sagte gestern bei einem Rundgang für die Medien, er habe eine Vision. «Meine Vision ist Verdichten statt Verdrängen.»

Das Verteilzentrum von Coop an der Elsässerstrasse zieht dieses Jahr aus, die freigewordenen gut 46'000 Quadratmeter teilen sich der Kanton und die Stiftung Habitat der Mäzenin Beatrice Oeri. Die Stiftung errichtet auf dem südlichen Grundstück günstigen Wohnraum. Das unterstützen auch die Wirtschaftsverbände. Was im Norden geschieht, ist noch nicht spruchreif.

Der Gewerbeverband wolle keinesfalls verneinen, dass Basel dringend Wohnungen benötige. Aber irgendwo müsse auch das Gewerbe Platz haben in der Stadt, dazu müsse man Verdichten. Mit der Umnutzung des Felix Platter-Spitals, der Erlenmatt, des Dreispitz- und des BASF-Areals werde zurzeit sehr viel getan für den Wohnungsbau. Das Lysbüchel sei umgeben von Chemiebetrieben, vom Schlachthaus und von Industrie. Hier zu wohnen sei nicht attraktiv, sagte auch GLP-Grossrätin Martina Bernasconi: «Es ist laut hier, es gibt den Chemikalienhandel. Genügend Gründe, hier keinen Wohnraum anzusiedeln.» In der Stadt müsse auch Platz zum Arbeiten sein, nicht nur zum Wohnen, Einkaufen und für Touristen.

Der Vorschlag des Gewerbeverbandes für die Nutzung des Lysbüchels

Der Vorschlag des Gewerbeverbandes für die Nutzung des Lysbüchels

zVg/Gewerbeverband Basel-Stadt

Es sei schade, dass sich die SBB nicht abbringen lassen wollten von ihren Plänen, sagte Barell zur bz. «Die SBB wollen hier einen Keil reinschlagen, mitten in diesen schönen Gürtel aus Gewerbebetrieben, einen Spaltpilz.» Es gehe vor allem um Gewinnmaximierung. «Das ist aus unternehmerischer Sicht verständlich, aber wieso muss das zulasten von Basel und zulasten des Gewerbes gehen?»