Basel

Gewerbeverband zur Abstimmungsniederlage: «Man hätte mehr Engagement zeigen können»

Gabriel Barell Basler Gewerbeverband. (Archiv)

Gabriel Barell Basler Gewerbeverband. (Archiv)

Gewerbeverbandsdirektor Gabriel Barell nimmt nach der Niederlage Stellung: zu Gegnern, Mitstreitern und seiner Funktion.

Herr Barell, das Resultat ist eine Klatsche für den Gewerbeverband. Einverstanden?

Gabriel Barell: Es ist ein klares Ergebnis. Auch dass der Gegenvorschlag angenommen worden ist, wenn auch nicht so klar, ist alles andere als erfreulich. Das muss man so sagen. Wir haben dennoch nicht alles verloren, die Gegner haben uns mehrere Zusicherungen bezüglich der Umsetzung der Vorlagen gemacht.

Wo liegen die Gründe für die Niederlage?

Ich gehe von drei Hauptursachen aus. Erstens: Der Megatrend Klima sprach gegen uns. Dann die Strategie der Gegner mit dem Gegenvorschlag. Und zuletzt: Zwar standen alle wirtschaftlich orientierten Verbände und Institutionen hinter uns, doch hätte man zum Teil mehr Engagement zeigen können. Wenn wir nicht geschlossen vorgehen, reicht es nicht.

Ist das eine Kritik an ihren Mitstreitern?

Nein, das ist keine Kritik. Wir haben viel Zuspruch, unsere Mitgliederzahlen steigen. Aber es zeigt im Hinblick auf die Wahlen: Wir müssen uns mehr engagieren.

Sie haben den Gegenvorschlag angesprochen. Letzten Endes ist es nicht nur eine Niederlage. Sie haben sogar mehr verloren als den Status quo.

Der Gegenvorschlag war kein Kompromiss, sondern zielte in die andere Richtung. Das ist staatspolitisch sehr fragwürdig. Viele hatten wohl das Gefühl, ein Gegenvorschlag sei ein Mittelweg.

Unterschätzen Sie damit nicht das Basler Stimmvolk?

Ich bin überzeugt, dass viele wussten, um was es bei der Abstimmung ging. Aber es gab sicher auch Stimmende, die dachten, der Gegenvorschlag sei ein Kompromiss.

Im Vorfeld der Abstimmung waren sich die Lager einig, dass dieser Abstimmungssonntag einen Wendepunkt in der Verkehrspolitik markiere. Lassen Sie das Thema Parkplätze nun ruhen?

Wir werden in nächster Zeit sicher keine Initiativen lancieren, davon dürfen Sie ausgehen. Wir werden uns aber weiterhin für eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt für das Gewerbe einsetzen. Schon nach den letzten Wahlen haben wir bei den verbündeten Parteien eine Müdigkeit für dieses Thema erkennen können.

Muss der Gewerbeverband auch personell über die Bücher?

Über Personalien verhandeln wir nicht in der Öffentlichkeit. Man muss eines sehen: Für die Strategie sind der Vorstand und insbesondere die Delegiertenversammlung zuständig. Am Dienstag haben wir Vorstandssitzung, dann wird das thematisiert werden.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einer Woche noch dem Gewerbeverband vorstehen?

Man soll nie 100 Prozent sagen, aber es sind fast 100 Prozent.

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