Isaak Iselin steht wieder an seinem angestammten Platz. Als Statue wacht er im Innenhof des Schmiedenhofs über die von ihm 1777 gegründete Organisation. Während seiner Abwesenheit renovierte die GGG Basel ihren Hauptsitz. Doch auch Isaak Iselin erscheint in neuem Glanz. «Unser Stammvater strahlt wieder», sagt Klaus Egli, Direktor der GGG-Stadtbibliothek. Als ob er zufrieden wäre, wie sich die Bibliothek seiner Institution entwickelt. «Die Bibliothek lebt und sie wächst», sagt Urs Welten, Kommissionspräsident der GGG-Stadtbibliothek Basel, an der jährlichen Medienkonferenz der Institution.

Acht Bibliotheken führte die GGG-Stadtbibliothek bisher. Ab dem 1. Juli wird eine weitere Zweigstelle ins Netz aufgenommen. Der Vorstand der Gemeinde- und Schulbibliothek Binningen entschied sich, nach 35 Jahren die Führung abzugeben. «Sie hatten Mühe, Personen für den Vorstand zu finden», sagt Egli. Drei der fünf Vorstandsmitglieder gaben auf die Mitgliederversammlung 2015 hin ihren Rücktritt bekannt. Dies zwang die Bibliothek, nach Alternativlösungen zu suchen. Die Eingliederung in das Netz der GGG-Stadtbibliothek hätte sich als die sinnvollste und machbarste erwiesen, schreibt die Binninger Bibliothek auf ihrer Website. «Damit wechselt die Trägerschaft der Bibliothek, aber Ort, Name, Mitarbeiterinnen, Schulbibliothek sowie Unterstützung durch die Gemeinde Binningen bleiben gleich.»

Grösseres Angebot, höherer Preis

Ändern wird sich für die Kundschaft die Grösse des Angebots. Statt nur in Binningen können sie zukünftig auch in acht weiteren Bibliotheken nach Büchern stöbern. Doch das hat seinen Preis. Die Jahrestarife der GGG-Stadtbibliothek sind höher als diejenigen in Binningen. Ein Erwachsener zahlt zukünftig für ein Standard-Abo 50 statt wie bisher 20 Franken.

Neben der Gemeinde- und Schulbibliothek Binningen wird die GGG-Stadtbibliothek die Führung von zwei Sekundarschulbibliotheken übernehmen. Sowohl das Schulhaus Theodor Baerwart, wie das St. Alban entschieden sich, ab dem nächstem Schuljahr mit der GGG zusammenzuarbeiten. Der Grund ist das Harmos-Konkordat. Bis Ende August muss jede Primar-, und Sekundarschule über eine eigene Bibliothek verfügen. «Im Januar wird entschieden, ob wir zwei weitere Schulbibliotheken in unser Netz aufnehmen», sagt Egli. Mehr als fünf würden es aber nicht werden.

Schon länger bekannt ist der Umzug der Bibliothek Gundeldingen. Auf Anfang August zügelt die Filiale vom Gundeldinger Feld ins Gebäude des Casinos am Tellplatz. Darüber freut sich Klaus Egli: «Die Bibliothek wird besser sichtbar und die Räume lassen sich unterteilen, sodass sich die verschiedenen Benutzergruppen nicht gegenseitig stören.»

Bibliothek für Langsamleser

Goldcard, Adagio, A la Carte: Was mehr nach Mobilabos klingt, sind drei der sechs Abonnentenmodelle der GGG-Stadtbibliothek. Es ist der Versuch auf die verschiedenen Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Vier der sechs hat es vorher bereits in einer Form gegeben. Neu ist das Abo Standard Plus, in dem die Ausleihe von Spielfilmen inklusive ist und Adagio - das Abo für «Langsamlesende». «Für Leute, die sich beim Lesen gerne Zeit lassen», sagt Egli. Die Leihfrist im Adagio Abo beträgt zwei statt einen Monat.

Neu ist die Rückgabe in der Stadtbibliothek der GGG automatisiert.

Neu ist die Rückgabe in der Stadtbibliothek der GGG automatisiert.

Zudem erhöht die GGG-Stadtbibliothek die Preise. Das Standard-Abo kostet jetzt 50 statt 40 Franken im Jahr. «2008 haben wir die Preise das letzte Mal erhöht. Unser Angebot hat sich seither vergrössert», begründet Egli. Sichtbar ist dies vor allem im renovierten Schmiedenhof. Seit einem Monat hat die «modernste Bibliothek der Schweiz» geöffnet, mit einigen technischen Neuerungen. Unter anderem wurde die Rückgabe der Bücher automatisiert. Technik, die Isaak Iselin verblüffen würde. Trotz der langen Geschichte – die GGG-Stadtbibliothek geht mit der Zeit.