Der Baulärm an der Jahresmedienkonferenz der GGG-Stadtbibliothek am Rümelinsplatz ist beträchtlich. «Der Lärm wird ab Januar noch lauter und die Baustelle inklusive Kran noch grösser», sagte Klaus Egli, Direktor der GGG-Stadtbibliothek, mit Blick auf die umfangreichen Umbauarbeiten im Schmiedenhof.

Äusserlich wird sich am denkmalgeschützten Bau nicht viel ändern. Das Projekt des Generalunternehmens «IttenBrechbühl AG» bewahrt den Schmiedenhof in der heutigen Form als Einheit. «Das dreiteilige Gebäude wird ganz zur Bibliothek, der Schmiedenhofplatz vergrössert und bekommt so die Weite, die er bis dahin nicht hatte», beschreibt Egli das Projekt. Das Kaffee zügelt auf die gegenüberliegende Seite des Platzes.

In der Bibliothek verweilen

Die alten Gebäude machen den Umbau nicht einfacher, wie Klaus Egli erklärt: «Die Ebenen der drei Häuser befinden sich alle auf einem anderen Niveau, was in der Praxis beachtet werden muss.» Die Bibliotheksbesucher werden künftig in eine grosse Empfangszone schreiten, wo sie ausgeliehene Medien zurückgeben oder Neues ausleihen können.

Nach dem Umbau: So soll die Bibliothek von innen aussehen.

Nach dem Umbau: So soll die Bibliothek von innen aussehen.

Egli weiss, was die Kunden heutzutage von einer grossen Bibliothek erwarten. «Wir müssen technisch auf dem neusten Stand sein. Alles muss schnell, praktisch und einfach verfügbar sein.» Trotz dieser modernen Einrichtung sei der Wunsch nach einer optisch traditionellen Bibliothek sehr stark, sagt Egli. «Die Leute wollen verweilen. Die Bibliothek wird so zur externen Stube.» Insgesamt kostet das Projekt 14 Millionen Franken. Zehn Millionen zahlt der Kanton Basel-Stadt, vier Millionen Franken übernimmt die GGG.

Ausleihen nahmen ab

Mit der Neueröffnung 2015 ist die Hoffnung verbunden, dass die Stadtbibliothek im aktuell schwierigen Umfeld weiter bestehen kann. «Wir sind hinter dem Zoo die Institution mit den meisten Besuchern», sagt Urs Welten, Kommissionspräsident der GGG-Stadtbibliothek.

Wegen verschiedenster Internetangebote und einem veränderten Freizeitverhalten sanken in der kürzeren Vergangenheit die Ausleihzahlen von DVDs und CDs. Im Gegensatz dazu blieb die Bücherausleihe stabil. Gesamthaft nahmen die Ausleihen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2011 leicht ab.

Bald Medien herunterladen

Mit E-Books, welche vor allem von Frauen über fünfzig ausgeliehen werden, und neuen Kinderangeboten wie Tiptoi - also elektronischen Lernspielen - verbuchte die Stadtbibliothek grosse Erfolge. Bald bekommen die Kunden die Möglichkeit, übers Internet Medien herunterzuladen. Im Verbund mit der Stadtbibliothek Winterthur und der Pestalozzi Bibliothek in Zürich wird an diesem Angebot gearbeitet. Die Kantonsbibliothek in Liestal bietet dies bereits an.

Nach langer Suche wurde mit dem Kirschgartenzentrum auch ein Provisorium gefunden. Die Stadtbibliothek ist für 18 Monate in der ehemaligen Lidl-Filiale einquartiert. Der Umzug findet während der diesjährigen Herbstmesse statt. In dieser Zeit wird die Bibliothek geschlossen.