Basel-Stadt
Gibt es in Zukunft Religions-Unterricht für Muslime an Basler Schulen?

Das Erziehungsdepartement Basel-Stadt prüft dezeit, ob neben den christlichen auch andere Glaubensgemeinschaften - wie etwa die Muslime - an den Schulen Religionsunterricht anbieten dürfen. Das sorgt für Diskussionen.

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Im Rahmen der Schulreform will das Erziehungsdepartement Basel-Stadt ein von den Kirchen unabhängiges, staatliches Unterrichtsfach «Ethik und Religionen» einführen.

Daneben sei aber weiterhin auch noch ein konfessioneller Unterricht vorgesehen, der allerdings nicht Pflicht sei, sagte Regina Kuratle, ­Projektleiterin Schulharmonisierung im Basler Erziehungsdepartement, in einem Interview mit der «Tageswoche». Dieser Unterricht, so Kuratle, habe sich in Basel «sehr gut bewährt».

Brisant: Gemäss Kuratle wirde derzeit auch geprüft, ob anderen Religionsgemeinschaften, wie etwa den Muslimen, die Möglichkeit gegeben werden soll, Religion an den Schulen zu lehren. Es sei ihr aber bewusst, «wie politisch heikel diese Frage ist». Weitere Angaben machte Kuratle nicht.

Erste Kritiker stehen bereit

Bereits haben sich erste Kritiker zu Wort gemeldet. «Wer in Zukunft auch Religionsunterricht erteilen will, muss sich um die öffentlich-rechtliche Anerkennung bemühen», schreibt SVP-Grossrat Patrick Hafner in einem Debatten-Beitrag der «Tageswoche». Dies sei möglich - jedoch nicht «ganz ohne Aufwand».

In Basel geniessen bislang nur die die Evangelisch-reformierte Kirche, die Römisch-Katholische Kirche, die Christkatholische Kirche und die Israelitische Gemeinde öffentlich-rechtliche Anerkennung.

Anderer Meinung ist Niklaus Eggenberger von der Swiss Academy for Development (SAD) in Biel. Der islamische Religionsunterricht im Schulhaus bilde eine Plattform für Austausch und Vertrauensbildung, die aber auch genutzt werden muss, so Eggenberger in der «Tageswoche».