Es muss Liebe sein. Wer in Basel-Stadt einen Hund hält, hat es nicht leicht. Da sind die Hundesteuern, die sich mit 160 Franken im nationalen Vergleich am oberen Rand bewegen; da ist seit gut einer Woche ein Giftmischer beim Schützenmattpark unterwegs, der mit seinen Ködern einen Hund getötet, mindestens einen anderen verletzt und sämtliche Hundehalter in Dauerangst versetzt hat – und da ist ein Mangel an Grünflächen, wo sich Hunde austoben dürfen.

Um den Schützenmattpark werden seit den Vergiftungsfällen eher Polizisten als Hunde gesichtet, trotzdem gibt es sie noch, die Hundefreunde. Und es werden nicht weniger: Die Anzahl Hunde nahm mit 4818 Tieren erstmals seit Jahren wieder zu. Und das trotz städtisch bedingter Einschränkungen. Aber einen Lichtblick gibt es, wie bz-Recherchen ergaben: Der Horburg-Hundespielplatz soll noch diesen Sommer durch neue Flächen ergänzt werden.

Standorte Messe und St. Johann

Doch während es sich bei der Grünfläche im Horburgpark um einen Spielplatz handelt, der seinen Namen wegen der Spielgeräte verdient hat, so laufen die geplanten Plätze eher unter «kleine Freiflächen ohne Leinenzwang». Eine soll hinter dem Kongresszentrum beim Messeplatz entstehen, eine weitere ist beim St. Johanns-Tor hinter dem Kiosk geplant, wie Kantonstierarzt Michel Laszlo bestätigt. Beim Messeplatz warte man bauliche Anpassungen ab, dann könne es losgehen. Ein dritter Standort sei in Abklärung. «Frei nutzbare Grünflächen sind rar, wir setzen uns deshalb aktiv für Hundespielzonen ein – auch aus tierschützerischen Überlegungen.»

Die Gespräche mit der Stadtgärtnerei verliefen gut, wobei die dortigen Verantwortlichen sämtliche Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigen müssten und das Augenmerk nicht nur auf Hunde richten könnten. Entsprechend klar lässt Stadtgärtner Emanuel Trueb auf Anfrage verlauten, dass Hundespielplätze an beliebten zentralen Orten wie dem Schützenmatt- oder Kannenfeldpark nicht infrage kämen. Allein schon, weil dies Treffpunkte von Familien seien und dort auch andere «Stakeholder» auf ihre Kosten kommen wollten.

Brief verunsichert Hundehalter

Die Standorte St. Johann und Messe seien unter anderem wegen der vielen Hunde in diesen Quartieren gewählt worden, sagt Laszlo. Klar ist aber: Für längere Spaziergänge werden die Flächen geräumige Orte wie das Wieseufer in den Langen Erlen nicht ersetzen können. Neuerdings sind Hundebesitzer zusätzlich verunsichert, was die Langen Erlen betrifft: In einem Brief mahnt Michel Laszlo Hündeler aus der Gegend, ihre Pflichten wie das Einhalten der Wege und das Aufnehmen des Kots wahrzunehmen. Sollten die gesetzlichen Vorschriften zu wenig eingehalten werden, könnte in den Langen Erlen ein Leinenzwang eingeführt werden, wie dies im Jahr 2013 bereits verschiedentlich gefordert worden sei. Konkret heisst es im Schreiben: «Wir müssen darauf hinweisen, dass der bisher uneingeschränkte Hundefreilauf im Landschaftspark Wiese eingeschränkt werden muss, falls die erwähnten Pflichten nicht beachtet werden.» Bisher habe sich das Veterinäramt gegen eine «Verschärfung der Bedingungen» eingesetzt. «Wir zählen somit auf die Solidarität der Hundehaltenden.»

Ausserdem macht Laszlo die Empfänger auf «diverse Erhebungen» aufmerksam, die im kommenden Halbjahr im Auftrag der IWB, des Planungsamtes und des Veterinäramtes durchgeführt werden. Ziel sei es, mehr über die Nutzung des Naherholungsgebietes zu erfahren. Dazu würden Hundehalter vor Ort direkt angesprochen und befragt.

Gegenüber der bz lässt Laszlo durchblicken, dass es keineswegs seine Absicht sei, Leinenzwang einzuführen. Im Gegenteil. «Wir weisen die Hundebesitzer lediglich routinemässig auf die Spielregeln hin.» So klingt Laszlo auch im Jahresbericht: «Es ist ein klares Anliegen unseres Amtes (...), Wege zu finden, um Hunden und deren Besitzern eine Lebensqualität zu ermöglichen, die das Label ‹Healthy City› verdient.»