Sie hat den FC Basel gross gemacht. Gigi Oeri stieg 1999 als Mäzenin und Mitglied des Verwaltungsrats ein. Von 2006 bis 2012 war sie Präsidentin. Und schuf damit die Voraussetzungen für die heutige Dominanz des Vereins.

Wie reagiert sie auf die Neuigkeit, dass Bernhard Burgener der neue FCB-Präsident werden könnte? «Ich war freudig überrascht», sagt Oeri am Montagnachmittag am Telefon. «Ich habe schon eine Zeit von dieser bestehenden Möglichkeit gewusst. Details kenne ich aber nicht.»

Dafür kennt Oeri den designierten zukünftigen Präsidenten umso besser. Sie sind seit Jahren eng befreundet, verfilmten unter anderem Patrick Süskinds «Das Parfum» zusammen. So erstaunt es kaum, dass Oeri nur gute Worte für Burgener übrig hat: «Er ist integer, ein hervorragender Geschäftsmann, kann gut zuhören, ist clever und lernfähig. Er hatte immer gute Leute um sich herum und hat ein gutes Bauchgefühl, was sehr wichtig ist und man nicht lernen kann.» Sie geht sogar noch weiter und sagt, dass er «für den FCB und die Stadt Basel die einzig gute mir bekannte Lösung ist».

Die mangelnde Erfahrung im Tagesgeschäft Super League sieht Oeri dabei nicht als Hindernis. «Er ist dieser Aufgabe sicher absolut gewachsen. Ich hatte damals auch keine Erfahrung und sämtliche Fähigkeiten wurden mir abgesprochen. Aber man hat ja dann gesehen, was daraus geworden ist. Und Bernhard hat ähnliche Fähigkeiten wie ich.» Und auch ähnliche Prioritäten. Denn wie Oeri, noch immer Präsidentin der Stiftung Nachwuchs-Campus Basel, betont, liegt auch Burgener der Nachwuchs sehr am Herzen. Er vertrete in den Campusfragen die gleiche Meinung wie sie. «Und das würde mich umso mehr freuen, wenn ein Präsident kommen würde, dem das so wichtig ist.» Finanzielle Hintergedanken spricht sie ihm ab: «Er macht das, um eine Übernahme des FCB durch Investoren zu verhindern.»

Die Namen Oeri und Burgener scheinen rund um die Übernahme kaum trennbar zu sein. Aber trotz der Freundschaft – oder gerade deswegen – will Oeri festhalten, dass es keine Vetterliwirtschaft sei. «Ich habe ihn nicht protegiert. Ich habe nichts damit zu tun.» Natürlich habe er sie informiert, damit sie es nicht aus den Medien erfahre. Rechenschaft sei er ihr aber keinesfalls schuldig, ein Gegenvotum stünde ihr ebenfalls nicht zu.