Super League

Giovanni Sio: «Wir haben unser Nachlassen sehr teuer bezahlt»

Torschütze Giovanni Sio (links): Erfolgreicher Super-League-Einstand und dennoch am Ende enttäuscht..

Torschütze Giovanni Sio (links): Erfolgreicher Super-League-Einstand und dennoch am Ende enttäuscht..

Torschütze Giovanni Sio mochte sich trotz des Tores gegen den FCL nicht so richtig freuen. «Bitter» – es war denn auch das meistgenannte Wort der FCB-Profis, nachdem sie in Luzern in letzter Minute den Ausgleich zum 1:1 kassiert hatten.

Die Emotionen mussten raus. Fluchend stampften Behrang Safari und Fabian Frei in die Kabine, ihre Trikots hielten der Zerreissprobe nur knapp stand. Die FCB-Spieler mussten erst einmal Kopf und Körper kühlen, bevor sie nochmals zurückkamen, um sich nach dem in letzter Minute verschenkten Sieg zu erklären. Einer hatte nach wenigen Minuten bereits wieder ein Lächeln auf den Lippen: Giovanni Sio. Besser hätte sich der 24-Jährige seine erste Woche beim FC Basel eigentlich nicht vorstellen können. Im Playoff-Hinspiel gegen Ludogorez Rasgrad traf er zum vorentscheidenden 3:2, gestern in Luzern verwertete er seine erste von zwei Chancen zum 1:0. Eigentlich. Denn nach dem Spiel in der Swissporarena haftet ein Makel an Sios Superbilanz. «Sehr, sehr schade, dass wir nicht gewonnen haben», sagte der 24-jährige Ivorer.

Giovanni Sio, wie beurteilen Sie das Gegentor im allerletzten Moment?

Sio: Wir haben am Schluss einfach zu viele Freistösse und Eckbälle zugelassen. Dann kann immer einer reingehen. Wir haben unser Nachlassen heute sehr teuer bezahlt.

Hat der FC Basel in den letzten Minuten etwas den Überblick verloren?

Wie gesagt, es gab einfach zu viele Freistösse für Luzern. Vielleicht waren wir etwas müde von der Reise nach Bulgarien. Jedenfalls haben wir sehr teuer bezahlt dafür, dass wir nicht mehr konzentriert waren.

Sie können mit Ihrer Leistung zufrieden sein. Erzählen Sie von Ihrem schönen Tor.

Dave (David Degen; d. Red.) hat gegen Puljic gut nachgesetzt und ich habe spekuliert, dass der Ball zu mir kommt. Der Verteidiger von Luzern (Stahel; d. Red.) hat schlecht antizipiert und ich konnte alleine auf den Goalie losziehen. Beim Abschluss war auch etwas Glück dabei. Aber ja, das war eine schöne Aktion.

Noch ein Blick nach vorne: Die Young Boys können den Abstand zu euch auf neun Punkte vergrössern. Das wäre in diesem Jahr nur schwer aufzuholen.

Ich muss anerkennen, dass YB zurzeit sehr gut spielt. Aber in einer Woche kommen sie nach Basel und dann müssen wir einfach gewinnen, alles andere ist zu wenig. Auf den Sieg gegen YB müssen weitere folgen – es braucht jetzt eine Serie von uns.

Bald kommt Marco Streller wieder zurück und wird im Sturmzentrum Ihren Platz übernehmen. Wie sehen Sie das?

Ich kann auch auf dem linken Flügel spielen. Aber am wohlsten fühle ich mich schon in der Mitte. Ich weiss nicht, was der Trainer vorhat, aber ich und Marco könnten auch ein gutes Duo bilden.

Nach Sio erschien auch Fabian Frei noch einmal vor den Journalisten. Ohne das Wort «Schiedsrichter» in den Mund zu nehmen, äusserte er zwischen den Zeilen Kritik an Nikolaj Hänni. «Luzern bekommt gefühlte 150 Freistösse rund um unseren Strafraum zugesprochen – wir auf der anderen Seite nur einen. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass von 150 Freistössen einer reinfällt.» Mit einem Knacks im Selbstbewusstsein rechnet der gestern beste Basler trotz des erneuten Punktverlusts in der Meisterschaft nicht. «Es wird und darf am Sonntag noch hängende Köpfe geben. Doch dann müssen wir vorwärtsschauen.» Bereits am Dienstag steigt das Playoff-Rückspiel gegen Ludogorez, nach dem 4:2 in Bulgarien dürfte der Einzug in die Gruppenphase nur noch Formsache sein. Frei: «Die Chance auf die Champions League – mehr Motivation braucht ein Fussballer nach einem Rückschlag nicht.»

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