Den Führungsspitzen der Basler Parteien steht ein Generationenwechsel bevor: Seit Dienstagabend ist klar, dass SP-Präsident Martin Lüchinger Ende April zurücktritt. Schon länger bekannt ist zudem, dass CVP-Taktgeber Markus Lehmann in diesem Frühling sein Amt abgibt. Aber auch bei der GLP, der FDP und der SVP laufen Diskussionen. Einzig die Grünen und die Basta haben vor noch nicht allzu langer Zeit ihre Führung gewechselt. Bei den Grünen ersetzten vor einem Jahr Mirjam Ballmer und Elisabeth Ackermann als Co-Präsidentinnen Jürg Stöcklin und bei der Linkspartei Basta - die lange Zeit gar kein Präsidium hatte - übernahm Urs Müller das Ruder.

Ist Wüest-Rudin der nächste?

Viele Beobachter glauben, dass GLP-Chef David Wüest-Rudin als nächstes ersetzt werden muss. Wüest-Rudin wurde am 28. Oktober überraschend aus dem Grossen Rat abgewählt. Am Mittwoch sagte er gegenüber der bz: «So eine Entscheidung fällt man nicht alleine, noch ist alles offen.» Dabei weiss GLP-Gründer Wüest-Rudin selbst am besten, dass es ohne politisches Mandat enorm schwer ist, eine Partei zu führen. SVP-Vorsteher Sebastian Frehner sagt etwa: «Ein Parteipräsident muss ein politisches Amt haben, sonst ist er einfach zu weit vom Geschehen weg.»

Spannend wirds auch bei der FDP: Daniel Stolz ist derzeit mit politischen Ämtern vollbeschäftigt: Er ist Basler FDP-Präsident, Grossrat und seit letztem Herbst auch noch Nationalrat. Klar ist, dass er reduzieren wird: «Ich werde die Legislatur nicht als Grossrat beenden», sagt er. Nach seiner Zukunft als FDP-Präsident gefragt, gibt er sich bedeckt: «An unserer GV im April wird entschieden.» Er betont, dass auch bei der FDP bald die nächste Generation das Ruder übernehmen soll.

Nachfolger zu finden ist schwierig

Von den aktuellen Präsidenten am längsten bleiben dürfte Sebastian Frehner. Auch bei ihm wurde schon spekuliert: Wie Stolz ist er Präsident, Grossrat und Nationalrat in einem. Frehner kündet an, reduzieren zu wollen: «Mein nächster Rücktritt wird aus dem Grossen Rat sein.»

Er betont, wie schwierig es ist, einen geeigneten Nachfolger zu finden: «Es gibt viele, die gerne Präsident wären, aber es gibt nicht viele, die das Profil erfüllen.» Neben dem bereits erwähnten politischen Amt müssten die Kandidaten schon lange in der Partei sein, damit sie Rückhalt haben. Ausserdem sagt Frehner: «Sie dürfen keinem extremen Flügel angehören.»

Das Parteipräsidentenamt ist zudem nur schlecht oder gar nicht entlöhnt, ist aber sehr zeitintensiv. Das dürfte insbesondere jene Kandidaten abschrecken, die neben der Politik voll im Beruf beschäftigt sind. Eignet es sich denn wenigstens als politisches Sprungbrett? Alt SP-Präsident Thomas Baerlocher meint: «Man wird zwar bekannter. Aber wenn man in die Regierung will, ist es eher hinderlich.» Der Grund: Man müsse zu viele unbeliebte Entscheide fällen - auch innerhalb der eigenen Partei. Der Generationenwechsel dürfte in Basel also noch für Spannung sorgen.