Riehen Wahlen 2018
Gleich vier Gemeinderäte schafften es im ersten Wahlgang – Präsident Wilde brilliert, zwei Bisherige bangen

Am Wahlsonntag konnte Hansjörg Wilde das Präsidium bereits im ersten Wahlgang erfolgreich verteidigen. Vier weitere Kandidaten haben den Sprung in den Gemeinderat geschafft.

Tobias Gfeller und Benjamin Rosch
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Wahlen in Riehen
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Wahltag Bald werden erste Resultate bekanntgegeben. Die Politiker warten gespannt.
Wahltag Die Kandidatinnen und Kandidaten und die Parteivertreter haben sich am Sonntag in der alten Kanzlei versammelt.
Präsidium und Gemeinderat Gemeindepräsident Hansjörg Wilde (parteilos), verteidigt das Präsidium im ersten Wahlgang vom 4.Februar.
Präsidium Christine Kaufmann (EVP) unterliegt Wilde.
Präsidium Martin Leschhorn (SP) unterliegt wilde
Die Bürgerliche Allianz - sie will der SVP zu einem Sitz im Gemeinderat verhelfen Daniel Albietz (CVP), Felix Wehrli (SVP), Silvia Schweizer (FDP), Hansjörg Wilde (parteilos), Daniel Hettich (LDP)
Gemeinderat Daniel Hettich (LDP, neu) kann den Sitz des zurücktretenden Parteikollegen Christoph Bürgenmeier verteidigen.
Gemeinderat Schafft es im ersten Wahlgang nicht: Felix Wehrli - der SVP-Grossrat kandidiert für den Gemeinderat von Riehen.
Gemeinderat Daniel Albietz (CVP, bisher) ist wiedergewählt.
Gemeinderat Cornelia Birchmeier (Grüne) schafft es im ersten Wahlgang nicht.
Gemeinderat Guido Vogel (SP, bisher) schafft es im ersten Wahlgang nicht.
Gemeinderat Annemarie Pfeifer (EVP, bisher) schafft es im ersten Wahlgang nicht.

Wahlen in Riehen

bz

Das Riehener Stimmvolk stellt seiner Exekutive ein mehrheitlich gutes Zeugnis aus. Das lässt sich am besten am klaren Sieg des parteilosen Gemeindepräsidenten Hansjörg Wilde ablesen. 3296 Wählerinnen und Wähler sprachen ihm ihr Vertrauen aus, womit er seine ärgste Konkurrentin, Christine Kaufmann (EVP), um über 1300 Stimmen distanziert. SP-Kandidat Martin Leschhorn erlitt eine Schlappe und machte wenig mehr als 900 Stimmen. Zudem: Anders als vor vier Jahren steht bereits nach dem ersten Wahlgang die Mehrheit des Gemeinderats fest. Kaufmann siegte hier und übertraf das absolute Mehr um rund 700 Stimmen. Kaufmann zeigte sich ab ihrem unterschiedlichen Abschneiden beim Präsidium und Gemeinderat überrascht.

Hinter ihr folgt Daniel Albietz von der CVP. Auf dem dritten Platz die erste Überraschung: Der Neue im Bunde, Daniel Hettich, verteidigt den LDP-Sitz souverän im ersten Anlauf. «Im stillen Kämmerlein habe ich gehofft, dass es bereits im ersten Wahlgang reicht.» Geholfen hat ihm seine starke Vernetzung in Vereinen und Gewerbe. Das bringt aber auch Schattenseiten: Nach seinem Wahlerfolg will er sich nun Gedanken über sein bestehendes Grossrats-Mandat machen, wie er gegenüber der bz sagte. Hettich überflügelt sogar die Bisherige Silvia Schweizer von der FDP und setzt damit einen Trend fort, der sich auch in Basel beobachten lässt.

Schweizer, Hettich, Albietz: Bei diesen drei Kandidierenden spielte ganz offensichtlich das bürgerliche Bündnis. Nicht gereicht hat es Felix Wehrli von der SVP. Etwas mehr als 400 Stimmen fehlten ihm, er zieht dennoch ein positives Fazit: «Ich habe nicht mit so vielen Stimmen gerechnet», sagt er. Für den zweiten Wahlgang gibt er sich optimistisch.

Hier gehts zum Liveticker.

Enttäuschte Annemarie Pfeifer

In diesen muss auch Annemarie Pfeifer. Die EVP-Politikerin konnte ihre Enttäuschung nicht verbergen, die Wiederwahl vorerst verpasst zu haben. Wie schon vor vier Jahren fehlten ihr wenige Stimmen für eine weitere Legislatur. Das könnte auch daran gelegen haben, dass sie während des Wahlkampfs stets im Schatten ihrer Parteikollegin Kaufmann gestanden hatte. «Sie hatte mehr Publicity, weil sie auch fürs Gemeindepräsidium kandidierte», stimmt Pfeifer zu. «Das war die Strategie der Partei, die ich aber mitgetragen habe. In einem zweiten Wahlgang ist aber mit ihrem Erfolg zu rechnen.

Knapper wird es hingegen für ihre Bündnispartner von der SP. Guido Vogel erzielte das schlechteste Resultat der Bisherigen und befindet sich aktuell hinter Pfeifer auf Rang sechs – einen vor Wehrli. Ganz offensichtlich haben nicht alle EVP-Wähler die Genossen unterstützt. Noch weiter abgeschlagen ist der Riehener SP-Präsident Martin Leschhorn. Er werde in einem zweiten Wahlgang nicht mehr antreten. Vogel hingegen ist nach wie vor von seinen Chancen überzeugt: «Es ist ähnlich wie vor vier Jahren. Ich rechnete nicht damit, bereits im ersten Wahlgang gewählt zu werden.» Er sei froh, so Vogel, vor Felix Wehrli platziert zu sein. Diesen sieht er als seinen ärgsten Widersacher. SP und EVP werden für den zweiten Wahlgang am 18. März wohl ihre Kräfte bündeln und zusammen für Guido Vogel und Annemarie Pfeifer und gegen Felix Wehrli auftreten. Grünen-Kandidatin Cornelia Birchmeier landete abgeschlagen auf dem letzten Platz und besitzt keine reellen Wahlchancen mehr.

Einen Überraschungserfolg landete Katja Christ von den Grünliberalen. Sie trat alleine zwischen den beiden politischen Blöcken an und holte beachtliche 2054 Stimmen. Ob sie zum zweiten Wahlgang antritt, liess sie gestern offen.