Gesundheitswesen

Gleiche Spitallisten für beide Basel: So kämpfen Weber und Engelberger gegen Kostendruck

Ein Sorgenkind der regionalen Spitalpolitik: Das Kantonsspital Baselland auf dem Bruderholz.

Ein Sorgenkind der regionalen Spitalpolitik: Das Kantonsspital Baselland auf dem Bruderholz.

Die beiden Basel wollen mit gleichlautenden Spitallisten der medizinischen Überversorgung auf gewissen Gebieten entgegentreten. Sie haben dem neuen Bewerbungsverfahren für die Spitäler deshalb eine Bedarfsprognose vorangestellt.

Im Gegensatz zur Spitalfusion hatte die Stimmbevölkerung beider Basel im Februar 2019 den Staatsvertrag von Basel-Stadt und Baselland für eine bikantonale Gesundheitsversorgung angenommen. Eines der Ziele der gemeinsamen Gesundheitsplanung ist es, das Kostenwachstum zu dämpfen, wie aus dem am Mittwoch vorgestellten Bericht zur gemeinsamen Gesundheitsregion hervorgeht.

Eines der Mittel dafür liegt im Abbau von Überangeboten. Im Gesundheitsraum beider Basel werden bestimmte Spitalbehandlungen nämlich "deutlich häufiger" in Anspruch genommen als in der übrigen Schweiz, hält der Bericht fest. Dieser stützt sich auf eine Analyse des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan).

Die Gesundheitsdirektoren gehen davon aus, dass zumindest ein Teil der hohen Inanspruchnahme nicht medizinisch begründbar ist. Sie liessen deshalb die Nachfrage der Bevölkerung nach stationären Spitalleistungen - bereinigt durch demographische und sozioökonomische Variablen - einschätzen.

Überangebot in fast in allen Bereichen

Das Fazit ist auffällig: In fast allen 31 Spitalleistungsbereichen lag die Inanspruchnahme im Jahr 2016 über dem nach den Abklärungen zu erwartenden Wert. Nur gerade bei der Geburtshilfe , der Gynäkologie, der Herzchirurgie, der Radiologie und den Transplantationen kam es zu leichten Unterschreitungen. "Eine deutliche absolute und unerklärte Überschreitung" fand sich in den Bereichen Bewegungsapparat, Hals-Nasen-Ohren, Kardiologie und Urologie, hält der Bericht fest.

Die Regierungen beider Basel möchten nun das Angebot über die Spitallisten anpassen und «das Volumen künftig aktiver steuern», wie es in der Medienmitteilung zum Bericht heisst. Dies soll aber nicht im Hauruckverfahren geschehen, sondern «schrittweise und gemeinsam mit den Spitälern».

Das Bewerbungsverfahren startet sofort und dauert bis 31. Oktober 2019. Das Inkrafttreten der Spitallisten ist auf 1. Januar 2021 vorgesehen. Die Bedarfsprognose betrifft vorerst nur die Spitäler der akutstationären Versorgung. Die Bereiche Rehabilitation und Psychiatrie sollen folgen.

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