Baselworld
Glitzer, Glamour, Grauen: Luxusstücke jenseits vom guten Geschmack

An der Baselworld wird deutlich: Weniger ist manchmal mehr. An der Uhren- und Schmuckmesse lassen sich auch einige fragwürdige Ausstellungsstücke betrachten. Von Affen-Manschettenknöpfen bis hin zu mit Plüsch besetzten Uhren bleibt einem nichts erspart.

Céline Feller
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Piraten-Äffchen und Pferdeköpfe als «Schmuckstücke».
10 Bilder
Fendis Interpretation einer auffälligen Uhr.
Ein Schuh von Casadei, der von allem zu viel hat.
Ähnlich wie Fendi setzt auch «Silvana» auf Plüsch.
Ein klassischer Fall von «weniger wäre mehr» ...
Diese Pfauenuhr sei ein Unikat, so die Beschriftung. Besser so ...
Männer-Armbänder von der Marke Baraka.
Der Markenname verrät schon alles: «GaGà».
Baselworld Kitsch
Hauptsache bunt: «GaGà» wählt einen roten Totenkopf.

Piraten-Äffchen und Pferdeköpfe als «Schmuckstücke».

Céline Feller

Swarovski, Fendi und Casadei: All diese Marken sind bekannt für ihre wunderschönen Schmuckkreationen aus Edelsteinen, Leder oder im Falle von Casadei vor allem für ihre eleganten Schuhe. Wer Stücke dieser Marken trägt, vermittelt Grazie und Modebewusstsein. Meistens jedenfalls. Denn die grossen Namen der Schmuck- und Mode-Industrie können auch ganz anders. An der Baselworld zeigen sich diese Gegensätze sehr deutlich. Nicht alles, was dort ausgestellt ist, ist wirklich hübsch anzusehen. Manche Stücke verleiten den Besucher fast schon, den Stand so schnell wie möglich wieder zu verlassen.

Unpraktisch und unansehnlich

Meist sind die weniger eleganten Schmuckstücke zwar gut versteckt, verlieren sich fast zwischen ihren wunderschönen Pendants. So muss bei Swarovski gut hinschauen, wer die Modesünden entdecken will. Erst einmal gefunden, wird aber klar, dass viele Designer auf «mehr ist mehr» setzen. Protz, Pomp und Plüsch scheint ihre Devise zu sein. Doch leider kreieren sie damit nur ein grässliches Ensemble an glitzrigem Grauen. Das beste Beispiel dafür sind wahrscheinlich die sonst so beliebten Casadei-Schuhe, die in Basel zu sehen sind. Die sind nicht begehrenswert, sondern vielmehr unansehnlich und scheinen, wie so viele dieser «Schmuckstücke» – wenn man sie denn so nennen will – auch ziemlich unpraktisch. Es erweckt nicht den Anschein, als würden die Designer je daran denken. Oder würden Sie sich eine Uhr kaufen, die rund um ihr Zifferblatt mit Plüsch verziert ist? Eben.

Hässlichkeit als Kalkül?

Ob die modischen Irrläufer dazu dienen sollen, dass die Marken in dieser Aneinanderreihung an Ständen mit pompösen Schmuckstücken überhaupt auffallen und im Kopf der Besucher bleiben, wird auf ewig das Geheimnis der Designer bleiben. Am Ende sollten sie sich aber besser an eine goldene Regel einer Dame halten, die wusste, wie es geht: Coco Chanel. Die Ikone unter den Modedesignern sagte einst: «Einfachheit ist der Schlüssel zu wahrer Eleganz.» Die jüngsten Beispiele zeigen, dass sie recht hatte.